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Klinsi: "Eine Ehre für mich"

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Neo-Bayern-Coach Jürgen Klinsmann im Interview. Und: Kommt Herzog als Co-Trainer von Klinsmann?

Wie kam es zu den Verhandlungen mit dem FC Bayern München?
Jürgen Klinsmann: Vor Weihnachten wurde das Angebot konkret. Ich habe meine Frau gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, nach München zu ziehen und sie hat „Ja!“ gesagt.

Wie viel Zeit haben Sie gebraucht, um endgültig eine Entscheidung zu fällen?
Klinsmann: Das ist relativ schnell gegangen. Wenn Bayern München anfragt, dann überlegt man nicht lange.

Sie hatten auch Angebote aus England, warum haben Sie sich für die Bayern entschieden?
Klinsmann: Zunächst möchte ich sagen, dass es mir eine Ehre ist, hier arbeiten zu dürfen. Bayern zählt für mich einfach zur Crème de la Crème im Weltfußball.

Wie werden Sie sich auf den Trainerjob vorbereiten?
Klinsmann: Ich werde noch ein bis zwei Tage hierbleiben, drücke Ottmar Hitzfeld fest die Daumen, dass er den Meistertitel holt. Ich habe noch einige Monate Zeit, bis meine Arbeit beginnt. Ich möchte meine Philosophie umsetzen und das Beste aus jedem einzelnen Spieler herausholen.

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Auch für Andreas Herzog kam die Bestellung von Jürgen Klinsmann zum Bayern-Trainer überraschend. Aber er ist von seinem Freund bei den Münchnern überzeugt: „Das ist eine tolle Sache für ihn. Klinsmann ist der Richtige für diesen Job.“ Herzog spielte in der Saison 95/96 mit Klinsmann gemeinsam für die Bayern, fuhr jeden Tag mit ihm zum Training. Später holte ihn der Deutsche in die USA zu L. A. Galaxy. Folgt Herzog seinem Freund jetzt auch zu den Bayern und wird Co-Trainer? Der Zeitpunkt nach der EURO wäre perfekt.

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Die Bombe ist geplatzt: Jürgen Klinsmann ist ab 1.Juli 2008 neuer Cheftrainer des FC Bayern München. Das gab der deutsche Rekordmeister am Freitag bekannt. ÖSTERREICH war den ganzen Tag an der Münchner Säbener Straße live dabei.

Scherz?
9.56 Uhr: Goalie Oliver Kahn kommt aus der Kabine: „Ihr könnt es euch nicht vorstellen, wer neuer Bayern-Trainer wird. Uli Hoeneß hat es uns gerade gesagt.“ Kurz darauf stand es auch auf der Bayern-Homepage. Kahn wollte es zuerst gar nicht glauben. „Ist das ein Aprilscherz?“ soll der Titan gefragt haben. Nein, es ist wahr! Eine Meldung, die enormen Medienrummel auslöste. 35 Kamerateams, 17 Radiostationen und Hunderte Reporter belagerten die Säbener Straße. Solch einen medialen Auflauf hat es in München noch nie gegeben. Nicht einmal, als Franz Beckenbauer als Trainer beim Rekordmeister vorgestellt wurde.

Gratulationen
Um 10.37 Uhr verließ der Rest der Mannschaft die Kabine, trainierte bis kurz nach 12 Uhr – unter Ottmar Hitzfeld. Der hat noch bis zum Ende der Saison das Zepter in der Hand und wünscht seinem Nachfolger viel Glück: „Eine erstklassige Lösung. Ich gratuliere Jürgen Klinsmann und dem Verein. Hoffentlich können wir jetzt in Ruhe weiterarbeiten.“ Auch Oliver Kahn reiht sich bei den Gratulanten ein: „Glückwunsch. Aber mich tangiert das ja nicht mehr. Er ist eigentlich kein Trainer, aber das mit der Nationalmannschaft hat er nicht schlecht gemacht.“

Ankunft
Um 12.41 Uhr war es so weit. Jürgen Klinsmann landete am Münchner Flughafen, wurde von Finanzvorstand Karl Hopfner abgeholt. Um 16 Uhr dann die Präsentation. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge haben den Coup seit knapp vor Weihnachten geplant. Jetzt musste es schnell gehen, hatte Klinsi doch auch andere Angebote vorliegen. So zum Beispiel vom FC Liverpool, wo nur noch die Unterschrift vom ehemaligen deutschen Team­chef fehlte.

Sensation
Auch die engsten Verwandten zeigten sich vom Mega-Coup überrascht. Klinsmanns Mutter Martha wurde in der heimischen Bäckerei in Stuttgart damit konfrontiert. „Ach, du Scheiße! Das wusste ich nicht.“ Und Lothar Matthäus, der seit Wochen in München auf Wohnungssuche ist und selber gerne Bayern-Trainer geworden wäre, hat sich laut einer Scherzmeldung im Radio dann von einer Brücke gestürzt ...

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