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Real feuert Schuster

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Lange hat man bei Real Madrid Coach Bernd Schuster die Stange gehalten. Nach dem letzten Wochenende war der Deutsche aber nicht mehr zu halten.

Die Tage von Bernd Schuster als Trainer des spanischen Fußball-Meisters Real Madrid sind wenig überraschend endgültig vorbei. Nachdem der Deutsche zuletzt öffentlich erklärt hatte, im Titelrennen mit dem Erzrivalen FC Barcelona klar im Hintertreffen zu liegen, folgte am Dienstag, einen Tag vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Zenit St. Petersburg, die Reaktion des Clubs. Schuster wurde mit sofortiger Wirkung entlassen, als Nachfolger wurde der ehemalige Sevilla-Coach Juande Ramos präsentiert.

Mijatovic feuerte Schuster
Sportdirektor Pedja Mijatovic soll Real-Präsident Ramon Calderon laut spanischen Medienberichten die sofortige Entlassung Schusters vorgeschlagen haben. Vor vollendete Tatsachen gestellt, habe Schuster die Entscheidung des Clubs laut Mijatovic "mit einer gewissen Traurigkeit akzeptiert". Nachfolger Ramos war Ende Oktober als Trainer der Tottenham Hotspurs entlassen worden, mit dem FC Sevilla hatte der 54-Jährige zuvor in zwei Jahre fünf Trophäen, darunter zweimal in Folge den UEFA-Cup, gewonnen. Ramos, der nur einen Sechs-Monate-Vertrag bis Saisonende erhielt, soll bereits gegen Zenit auf der Bank der "Königlichen" Platz nehmen.

Meistertitel in weiter Ferne
Der regierende Meister Real rangiert auch wegen einer anhaltenden Verletzungsmisere in der Primera Division bereits neun Punkte hinter Spitzenreiter FC Barcelona auf Platz fünf. Dem bereits seit Wochen mit Rücktrittsaufforderungen konfrontierten 48-Jährigen wurden nun wohl seine zuletzt getätigten Äußerungen zum Verhängnis.

Hoffnung aufgegeben
Schuster hatte nach einem 3:4 gegen Sevilla von einer ausweglosen Situation vor dem "Clasico" gegen Barcelona gesprochen. "Es ist unmöglich, im Camp Nou zu gewinnen", hatte er erklärt. Diese Mutlosigkeit brachte ihm heftige Kritik von der Presse ein. Auch Kapitän Raul widersprach seinem Trainer. "Unsere Mannschaft ist überzeugt, dass wir im Camp Nou gewinnen können", wurde das Real-Idol nach Presseberichten vom Dienstag zitiert. Schuster habe den Spielern in einer internen Besprechung versichert, "dass wir jeden Gegner schlagen können".

Bauernopfer?
Auch könnte der Rauswurf des "Blonden Engels" als Schachzug von Calderon gelten. Schließlich konzentrierte sich die Wut der Real-Fans zuletzt immer mehr auf den Präsidenten, denn auf das Team. Schon an der Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag, als Calderon das Budget für die kommende Saison nur mit Mühe durchbrachte, hatten "Calderon raus"-Rufe für Aufsehen gesorgt.

1,5 Jahre im Amt
Schuster, als Spieler mit Real zweimal Meister, war am 9. Juli 2007 offiziell als Nachfolger des Italieners Fabio Capello vorgestellt worden. Noch im Sommer war er nach dem Meistertitel gefeiert als Spaniens "Trainer des Jahres 2007" gefeiert worden. In Spanien hatte Schuster vor dem Engagement bei den Madrilenen bereits Deportivo Xerez (2001 bis 2003), UD Levante (2004 bis 2005) und den FC Getafe (2005 bis 2007) betreut. Bei Real wäre er noch bis Juni 2010 unter Vertrag gestanden, sein Vertrag wurde laut Mijatovic aufgelöst.

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