Sturm schießt Wr. Neustadt vom Platz

5:0-Schützenfest

Sturm schießt Wr. Neustadt vom Platz

In der zweiten Bundesliga-Partie trennten sich Mattersburg un Innsbruck 1.1.

Sturm Graz hat in der Bundesliga Frustbewältigung für das Aus in der Champions League betrieben. Der Meister setzte sich am Samstag gegen den SC Wiener Neustadt aufgrund einer starken zweiten Spielhälfte 5:0 (1:0) durch. Die doppelten Torschützen Andreas Hölzl (35., 69.) und Darko Bodul (60., 83.) sowie Thomas Burgstaller (66.) trafen beim Kantersieg der Grazer. Die Niederösterreicher mussten am Ende froh sein, nicht in ein größeres Debakel gelaufen zu sein.

 Zweiter Sieg der Steirer
Sturm kommt somit in der Liga in Schwung. Die Steirer feierten den zweiten Sieg in den jüngsten drei Partien und verbesserten sich in der Tabelle vor den Sonntag-Spielen auf den dritten Rang. Der nun siebtplatzierten Neustädter mussten nach drei Spielen hingegen wieder eine Niederlage einstecken.

 Leichte Unstimmigkeiten hatte es im Lager der "Blackies" vor Anpfiff gegeben. Nicht deshalb, weil Mittelfeldmann Jürgen Säumel nach dem Aufwärmen wegen einer Muskelblessur im Oberschenkel passen musste, sondern weil Trainer Franco Foda auf Patrick Wolf verzichtete. Der Ex-Neustädter stand nicht einmal im Kader. "Der Trainer hat gemeint, ich bin nicht gut genug", meinte ein verärgerter Wolf gegenüber Journalisten. Foda wollte sich zum Verzicht auf den Teamspieler nicht äußern.

 Gleiche Aufstellung wie gegen Borisow
Anders als vom Coach angekündigt, lief Sturm nach dem Champions-League-Aus gegen Borisow weitgehend unverändert ein. Wolf, Säumel und Haris Bukva wurden durch Florian Kainz, Samir Muratovic und Bodul ersetzt. Letzterer sollte gemeinsam mit Imre Szabics das Fehlen des verletzten Roman Kienast kompensieren. Angesagt hatten sich vor dem Match auch Beobachter von Sturms Europa-League-Gegner Anderlecht und AEK Athen.

Die Blau-Weißen aus Niederösterreich hielten mit Sturm zunächst mit. Der Meister erarbeitet sich nur mühsam Möglichkeiten, Szabics (19.) ließ nach Vorarbeit von Bodul und Hölzl die erste große ungenutzt. Bedanken mussten sich die Grazer auch bei Torhüter Christian Gratzei, der einen gut platzierten Kopfball von Neustadts Solospitze Edin Salkic nach einem Simkovic-Freistoß (31.) bravourös entschärfte.

Hölzl mit der Führung

Bei der Führung durch Hölzl profitierte Sturm erstmals vom mangelnden Abwehrverhalten der Stöger-Elf. Zunächst war eine Kopfballabwehr von Kral ungenügend, dann entwischte der Torschütze seinem Bewacher Schicker. Mit der Führung im Rücken forcierte Sturm nach Seitenwechsel das Tempo. Einzig die Chancenauswertung ließ noch zu wünschen übrig. Nachdem Bodul bereits eine Möglichkeit ausgelassen hatte, schlug er mit seinem ersten Ligatreffer aber sehenswert zu.

   Der 22-Jährige tanzte im Strafraum Gegenspieler Madl aus und ließ SC-Torhüter Siebenhandl keine Chance. Wiener Neustadt fiel nach dem 0:2 auseinander. Innerhalb von neun Minuten traf Sturm durch Bodul, Burgstaller und erneut Hölzl insgesamt dreimal. Der glücklose Szabics, Weber und der eingewechselte Bukva hätten die Führung noch weiter ausbauen können, ehe auch Bodul zum zweiten Mal an diesem Abend scorte.

   Wiener Neustadt bleibt damit Sturms Lieblingsgegner. Die Niederösterreicher kassierten gegen den Meister die fünfte Niederlage in Serie, in Graz gab es in nun fünf Duellen seit dem Aufstieg nur Pleiten.
 

Seite 2: Der Spielbericht der Partie Mattersburg-Innsbruck

Mattersburg vs. Wacker Innsbruck 1:1

Der SV Mattersburg wartet in der Fußball-Bundesliga schon seit zehn Partien auf einen Sieg. Am Samstag reichte es vor eigenem Publikum gegen Wacker Innsbruck nur zu einem 1:1 (1:1), womit die Burgenländer auch nach sechs Runden mit drei Punkten auf dem letzten Platz liegen. Perstaller hatte die Gäste in der Nachspielzeit der ersten Hälfte in Führung gebracht, Bürger gelang noch vor dem Pausenpfiff jener Treffer, der dem SVM einen eher schmeichelhaften Zähler sicherte.

   Im Pappelstadion regierten bei starkem Wind, heftigem Regen und phasenweise sogar Hagel vor allem Kampf und Krampf. Zahlreiche Abspielfehler auf beiden Seiten führten zu einer Partie auf dürftigem Niveau. Dramatisch wurde es vorerst nur zu Beginn und am Ende der ersten Hälfte. Schon nach wenigen Sekunden prallten Wacker-Goalie Safar und Mattersburg-Akteur Höller mit den Köpfen zusammen - Safar erlitt dabei wohl einen Nasenbeinbruch, Höller musste mit Verdacht auf eine schwere Gehirnerschütterung ebenfalls ausgetauscht werden.

   Es folgten - mit Ausnahme eines von Mattersburg-Goalie Schartner an die Außenstange abgewehrten Merino-Freistoßes (15.) - ereignislose Minuten, ehe Perstaller in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 1:0 für die Tiroler stellte. Nach einem verunglückten Corner von Schütz schnappte der Wacker-Stürmer Seidl den Ball weg, wurde daraufhin wieder von Schütz bedient und schoss ins lange Eck ein. Den Burgenländern gelang aber noch vor der Pause der Ausgleich: Bürger versenkte einen Freistoß aus rund 20 Metern.

   Nach dem Seitenwechsel führten die Innsbrucker die etwas feinere Klinge und kamen dem Sieg zweimal ganz nahe. In der 64. Minute scheiterte Bergmann völlig freistehend an Schartner, neun Minuten später traf Köfler nur die Stange.