Matthias Lauda

DTM

Mathias Lauda über die Faszination DTM

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Für ÖSTERREICH erklärt Ex-Rennfahrer und ServusTV-Experte Mathias Lauda (41) die Faszination DTM .

Nach dem spannenden DTM-Samstag fiebert Lauda jun. seinem heutigen Einsatz in Spielberg entgegen.

ÖSTERREICH :  Herr Lauda, als ehemaliger DTM-Pilot muss Ihr Herz an diesem Wochenende höherschlagen …

Mathias Lauda: Tut es auch. Wie an jedem Rennwochenende in dieser Saison haben wir auch in Spielberg ein spannendes Rennen gesehen, und unsere Leute mittendrin. Zu meiner Zeit gab’s einen Österreicher, nämlich mich.

ÖSTERREICH :  Warum funktioniert die DTM plötzlich?

Lauda: Gerhard Berger macht als Chef einen super Job. Er hat übernommen, als die DTM ganz unten war, das war die Rettung. Seine Entscheidung, die Serie für GT3-Autos zu öffnen, war genial. Zu meiner Zeit gab’s nur Werkteams: Tolle Autos, das Fahrer-Level war ex¬trem hoch. Aber die Firmen haben zu viel Politik betrieben. Das ist ausgeartet wie im Radsport, wo dann alle für einen fahren mussten.

ÖSTERREICH :  Und jetzt?

Lauda: Haben wir Action, viel Kontakt und richtig harte Rennen. Der Safetycar-Restart funktioniert wie in den USA: Das ganze Feld kommt wieder zusammen und und wie beim Indycar stehen die Autos beim Start parallel. So gibt es noch mehr Zweikämpfe, und fast jeder kann gewinnen.

ÖSTERREICH: Tut es Ihnen leid, dass Sie nicht mehr als Fahrer dabei sind?

Lauda: Ehrlich gesagt Nein. Das war schon eine coole Zeit für mich. Aber heute könnten mich die GT3-Spezialisten ziemlich blass aussehen aussehen lassen. Zu glauben, man kann da einsteigen und vorne mitfahren, funktioniert nicht. Jeder, der nicht GT3-Experte ist und nicht wirklich viel im Auto sitzt, tut sich da schwer. Du brauchst richtig viel Praxis, um auf das Level der Jungs zu kommen. Die Luft oben ist dünn.

ÖSTERREICH :  Was ist das Besondere an GT3-Rennen?

Lauda: Die Autos sind sehr speziell zu fahren, sie haben z. B. ABS und man fährt damit Rennen auf der ganzen Welt, auch Langstrecke. Dadurch, dass es im Gegensatz zur Formel 1 keine Testbeschränkung gibt, hat man viel mehr Möglichkeiten.

ÖSTERREICH: Ihr Tipp für das zweite Rennen in Spielberg?

ÖSTERREICH: Noch eine Frage zum Gastauftritt von Marcel Hirscher als „Renn-Taxler“: Würden Sie ihm eine DTM-Karriere zutrauen?

Lauda: Warum nicht? Marcel hat ein unglaubliches Gefühl für Speed. Alles, was schnell ist, macht ihm Spaß. Er fährt sehr gut Enduro und MotoCross. Und so wie er geschnitzt ist, hat er auch großes Talent, Rennwagen zu bewegen. Es gibt tatsächlich viele Ähnlichkeiten aus dem Skifahren: Im Qualifying geht es z. B. darum, diese eine schnelle Runde hin zu bekommen. Weil man in der GT-Klasse testen und trainieren kann so viel man will, könnte ein akribischer Arbeiter wie er schon was weiter bringen. Dazu hätte er sicher das Backup von Audi und Red Bull.

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