Ferrari feiert Doppelsieg in Bahrain

Formel 1

Ferrari feiert Doppelsieg in Bahrain

Für Ferrari war das Rennen ein Triumph - Felipe Massa siegte vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen.

Ferrari hat am Sonntag mit dem ersten Doppelsieg der Saison seine aktuelle Vormachtstellung in der Formel 1 bewiesen. Der Brasilianer Felipe Massa entschied den Grand Prix von Bahrain vor Weltmeister Kimi Räikkönen für sich. Der Finne übernahm damit auch die WM-Führung vom Engländer Lewis Hamilton, der nach verpatztem Start und Kollision nicht über Rang 13 hinauskam. Der aus der Pole Position gestartete Pole Robert Kubica fuhr als Dritter wieder aufs Podest.

Die Nase vorn
Vorjahressieger Massa hatte Kubica, der am Vortag die erste Quali-Bestzeit der Geschichte für BMW-Sauber herausgefahren hatte, bereits am Start überholt. Dabei waren die Ferraris auf der schmutzigeren Seite des Wüstenkurses in Sakhir ins Rennen gegangen. Räikkönen überholte in der Anfangsphase erst seinen Landsmann Heikki Kovalainen im McLaren-Mercedes und in der 3. Runde mit einem sehenswerten Manöver auch Kubica.

"Als WM-Führender heim"
In der WM-Wertung führt der Titelverteidiger nun mit 19 Punkten drei Zähler vor dem Deutschen Nick Heidfeld, der als Vierter zum konstantesten Punktesammler avancierte. Mit je 14 Punkten folgen Hamilton, Kovalainen und Kubica, der schon in Malaysia auf Platz zwei gelandet war. "Es ist wichtig, als WM-Führender nach Europa zu kommen", so Räikkönen. Der Europa-Auftakt geht in drei Wochen in Montmelo bei Barcelona in Szene.

Massa blickt nach vorne
Felipe Massa meldete sich nach zwei Ausfällen wegen Fahrfehlern in den ersten beiden Saisonrennen zurück. "Diese Fehler sind Vergangenheit. Wir blicken nach vorne", versicherte Massa nach seinem insgesamt sechsten Grand-Prix-Sieg, dem ersten seit vorigen August in der Türkei, sichtlich erleichtert. "Das Auto war einfach perfekt. Ich musste gar nicht bis ans Limit gehen. Trotzdem war das Rennen nicht einfach." Der 26-Jährige aus Sao Paulo hatte bereits die freien Trainings dominiert.

BMW als Technikzauberer
BMW-Sauber zeigte sich bei schwierigen Bedingungen - neben dem aus der Wüste angewehten Sand nahm zu Beginn auch Öl Grip von der Strecke - als zweite Kraft hinter Ferrari. In der Konstrukteurs-WM übernahm das deutsch-schweizerische Team mit 30 Zählern sogar einen Punkt vor den Italienern und einen weiteren vor McLaren die Führung. "Das haut mich um. Das hatten wir überhaupt nicht auf der Rechnung", strahlte BMW-Motorsportchef Mario Theissen.

Hamiltons schlechtestes Ergebnis
Einen Rückschlag setze es dagegen für Hamilton, dessen Rennen bereits völlig verpatzt begonnen hatte. Ein Kupplungsproblem kostete dem 23-Jährigen am Start mehrere Plätze, ehe er sich in der zweiten Runde bei einer Kollision mit Renault-Pilot Nelson Piquet jr. auch noch den Frontflügel abfuhr. Trotz einer engagierten Aufholjagd reichte es nur noch für Rang 13. Damit fuhr Hamilton von allen Rennen, die er in seiner jungen Formel-1-Karriere beendet hat, das schlechteste Ergebnis ein.

"Das Rennen war eine Katastrophe, ein echtes Desaster", gestand Hamilton. "Am Start hat überhaupt nichts funktioniert." Der Vizeweltmeister wurde erstmals überrundet und landete sogar hinter einem Boliden vom Nachzügler-Team Force India, jenem des Italieners Giancarlo Fisichella (12.). McLaren-Teamkollege Kovalainen fuhr auf Platz fünf und erzielte immerhin die schnellste Rennrunde. "Ab und zu ist das so im Rennsport", meinte McLaren-Teamchef Ron Dennis.

Bester Red-Bull-Pilot war in Bahrain einmal mehr der Australier Mark Webber, der sein Punktekonto als Siebenter verdoppelte. Teamkollege David Coulthard ließ als 18. nur Force-India-Pilot Adrian Sutil hinter sich. Toro-Rosso-Jungstar Sebastian Vettel kam auch im dritten Saisonrennen nicht ins Ziel. Der 20-jährige Deutsche schied bereits in der ersten Runde mit Defekt aus. Der Franzose Sebastien Bourdais fuhr seinen Toro Rosso auf Platz 15.

Das Ergebnis
1. Felipe Massa (BRA) Ferrari 1:31:06,970 Std.
2. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari + 3,339 Sek.
3. Robert Kubica (POL) BMW-Sauber + 4,998
4. Nick Heidfeld (GER) BMW-Sauber + 8,409
5. Heikki Kovalainen (FIN) McLaren-Mercedes + 26,789
6. Jarno Trulli (ITA) Toyota + 41,314
7. Mark Webber (AUS) Red Bull-Renault + 45,473
8. Nico Rosberg (GER) Williams-Toyota + 55,886
9. Timo Glock (GER) Toyota + 1:09,500 Min.
10. Fernando Alonso (ESP) Renault + 1:17,181
11. Rubens Barrichello (BRA) Honda + 1:17,862
12. Giancarlo Fisichella (ITA) Force India-Ferrari + 1 Runde
13. Lewis Hamilton (GBR) McLaren-Mercedes + 1 Runde
14. Kazuki Nakajima (JPN) Williams-Toyota + 1 Runde
15. Sebastien Bourdais (FRA) Toro Rosso-Ferrari + 1 Runde
16. Anthony Davidson (GBR) Super Aguri-Honda + 1 Runde
17. Takuma Sato (JPN) Super Aguri-Honda + 1 Runde
18. David Coulthard (GBR) Red Bull-Renault + 1 Runde
19. Adrian Sutil (GER) Force India-Ferrari + 2 Runden

Ausgeschieden: Sebastian Vettel (GER) Toro Rosso-Ferrari, Jenson Button (GBR) Honda, Nelson Piquet jr. (BRA) Renault
Schnellste Runde: Heikki Kovalainen (FIN) McLaren-Mercedes - 1:33,193 Minuten in Runde 38 (Schnitt 209,063 km/h)

WM-Stand (nach 3 von 18 Rennen)
1. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 19 Punkte
2. Nick Heidfeld (GER) BMW-Sauber 16
3. Lewis Hamilton (GBR) McLaren-Mercedes 14
4. Robert Kubica (POL) BMW-Sauber 14
5. Heikki Kovalainen (FIN) McLaren-Mercedes 14
6. Felipe Massa (BRA) Ferrari 10
7. Jarno Trulli (ITA) Toyota 8
8. Nico Rosberg (GER) Williams-Toyota 7
9. Fernando Alonso (ESP) Renault 6
10. Mark Webber (AUS) Red Bull-Renault 4
11. Kazuki Nakajima (JPN) Williams-Toyota 3
12. Sebastien Bourdais (FRA) Toro Rosso-Ferrari 2