GP von Silverstone
Hamilton siegt bei Ferrari-Reifen-Drama
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Mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ist Lewis Hamilton seiner Favoritenrolle beim Formel-1-Grand-Prix in Silverstone gerecht geworden. Der Mercedes-Star triumphierte am Sonntag beim Heimrennen im britischen Rennsport-Mekka vor Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen. Ein hochdramatisches Reifen-Malheur kostete WM-Leader Sebastian Vettel im Finish einen sicheren Podestplatz, er wurde Siebenter.
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Mit seinem insgesamt 57. Formel-1-Sieg verkürzte Hamilton den WM-Rückstand zu Vettel von 20 Punkten auf einen einzigen Zähler. In der vorletzten Runde überschlugen sich die Ereignisse: Vor dem Vettel-Reifenplatzer war nämlich auch bei seinem Ferrari-Teamkollegen Räikkönen plötzlich der linke Vorderreifen hinüber. Beide mussten ein weiteres Mal an die Box, Bottas kam so unverhofft noch in den Genuss des zweiten Platzes - und Mercedes feierte den zweiten Doppelerfolg in diesem Jahr.
Ricciardo rollt Feld von hinten auf
Mann des Rennens war aber Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo, der vom 19. Startplatz weg durch das Feld pflügte und hinter seinem Teamkollegen Max Verstappen Fünfter wurde. Der Niederländer Verstappen, der ein beherztes Rennen fuhr, aber nicht vom Glück verfolgt war, war zuletzt fünfmal in Serie ausgeschieden.
Hamilton jubelte auf dem Podium locker und gelöst, nachdem sich unter der Woche viel Kritik der heimischen Medien über ihn ergossen hatte. "Es ich kann es gar nicht beschrieben. Danke für diese Unterstützung an diesem Wochenende", sagte der 32-Jährige, der am Mittwoch einem Formel-1-Event am Trafalgar Square ferngeblieben war, da er lieber mit Freunden Urlaub auf Mykonos machte.
Hamilton im Kreise von Legenden
Fünf Siege in Silverstone waren zuvor nur den Motorsport-Legenden Jim Clark und Alain Prost gelungen. In Sachen WM-Wertung verschob sich das Bild dramatisch zu Hamiltons Gunsten. Als er von US-Schauspieler Owen Wilson gefragt wurde, ob er nun die Weltmeisterschaft gewinnen werde, antwortete er: "Das ist der Plan." Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wollte dem Fast-Umsturz im Klassement noch nicht zu viel Bedeutung beimessen: "Jetzt machen wir ein Rennen nach dem anderen, hoffentlich mit einem Happy End", sagte der Wiener.
Vettel meinte, die Reifenpanne zum Schluss "kam wie aus dem Nichts". Dass er die WM-Führung behielt, konnte ihn auch nicht glücklicher stimmen. "Ich glaube, heute ist nicht viel Trost zu spenden", stammelte er im ORF-Fernsehen. "Wir haben zu viele kleine Fehler gehabt heute."
Beim Start preschte vor allem Verstappen von Position vier energisch nach vorne. Der 19-Jährige überholte den zögerlich gestarteten Vettel und probierte selbiges auch mit Räikkönen, was letztlich aber nicht gelang. Auch Force-India-Pilot Esteban Ocon und Bottas, der nach einer Getriebetausch-Strafe von Platz neun starten musste, kamen gut weg. Nach einem Zusammenstoß der Toro-Rosso-Rennwagen von Carlos Sainz und Daniil Kwjat fuhr schon in der zweiten Runde das Safety Car auf die Strecke, die kurze Phase verstrich ohne besondere Vorkommnisse.
Hartes Duell Verstappen - Vettel
Während Hamilton seinen Vorsprung auf Räikkönen im Anschluss konstant ausbaute, lieferte sich Verstappen mit Vettel ein beinhartes Duell um Platz drei. Mehrmals griff der Deutsche erfolglos an. "Ich glaube, er will wohl Autodrom spielen", funkte Verstappen. Schließlich lotste Ferrari Vettel aber durch einen perfekten Boxenstopp an dem Niederländer vorbei.
Auch Bottas blieb nach seinem Boxenstopp vor Verstappen. Am Ende setzte der Finne den vor ihm fahrenden Vettel mächtig unter Druck. In der 44. Runde konnte der Deutsche dem Angriff von Bottas nicht mehr standhalten, der fortan auf Räikkönen Jagd machen. Zum Überholmanöver kam es aber nicht mehr, da dann der Reifenteufel bei Ferrari zuschlug.
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