Rosberg

GP von Österreich

Rosberg schnellster Mann in Spielberg

WM-Leader lässt im Spielberg-Training gleich die Muskeln spielen.

Nico Rosberg hat den ersten Trainingstag für den Formel-1-Grand Prix von Österreich in Spielberg dominiert. Der Mercedes-Pilot erzielte auf dem neu asphaltierten Red Bull Ring gleich am Vormittag mit 1:07,373 Min. die schnellste je auf dieser Strecke erzielte Rundenzeit. Zweitschnellster war jeweils Teamkollege Lewis Hamilton.

Im ersten Training gab es auf der frisch asphaltierten Strecke viele Ausritte, danach auch einige Diskussionen wegen der neuen und gelben Randsteine. Diese waren montiert worden um zu verhindern, dass die Fahrer mit ihren Autos in den Kurven zu weit ausholen.

Es gab aber Probleme damit. Max Verstappen riss sich durch das überfahren dieser erhöhten "Kerbs" einen Teil des Frontflügels an seinem Red Bull und gleich darauf einen Teil der vorderen Radaufhängung ab. Ob die neuen Randsteine bleiben, soll in der Nacht auf Samstag diskutiert werden.

Rosberg schneller als Schumi

Am Nachmittag gab es nur wenige Zeitenverbesserungen, denn der war zunächst von einem sintflutartigen Regenschauer geprägt. Deshalb musste nach nur zehn Minuten der Fahrbetrieb für 35 Minuten eingestellt werden. In der letzten Dreiviertelstunde der zweiten 90-Minuten-Einheit wurde aber wieder normal trainiert. Es wurden sogar die weichsten Reifen montiert.

Regnen soll es auch am Samstag wieder. Ab Mittag und damit eventuell während des Qualifyings um 14.00 Uhr ist an der österreichischen Rennstrecke wieder mit Regen zu rechnen.

Rosberg verbesserte mit seiner Vormittags-Bestzeit jene, die Michael Schumacher im Jahr 2003 auf dem A1-Ring mit 1:07,908 Min aufgestellt hatte. Den offiziellen Rekord stellte Schumacher ebenfalls 2003 im Rennen mit 1:08,337 Min. auf. Bleibt es am Renn-Sonntag trocken, könnte Schumachers Streckenrekord fallen.

Hamilton in Motoren-Not

Lewis Hamilton ließ übrigens bereits im Vorfeld aufhorchen: "Ich starte mit dem letzten Motor dieses Wochenende", verriet er, dass er von Bauteilen der Antriebseinheit die fünfte Version in diesem Jahr verwenden wird, ohne dafür Token einzusetzen. Sobald er die sechste Fassung einer Komponente benutzt, wird er in der Startaufstellung zehn Plätze zurückversetzt.

Die Mercedes-Mechaniker werden in Spielberg den fünften Turbolader sowie die fünfte MGU-H (Motor Generator Unit-Heat), die für die Umwandung von Abwärme in elektrische Energie zuständig ist, in Hamiltons Wagen einbauen. Zumal erst acht von 21 Grands Prix gefahren sind, glaubt der Titelverteidiger nicht, damit das Auskommen zu finden.

"Ich werde zumindest ein Rennen, wahrscheinlich zwei Rennen haben, wo ich mit einem frischem Motor an den Start gehe", kündigte Hamilton an. Sein Titelrivale Nico Rosberg bekäme dann quasi einen "Freifahrtschein" ausgehändigt, was potenziell großen Einfluss auf die WM-Entscheidung hat.

"Der einzige Mercedes-Fahrer"

"Das Schlimmste ist, dass ich der einzige Mercedes-Fahrer bin, dem das passiert", kritisierte Hamilton. Warum die Probleme gerade bei ihm auftauchen, könne er sich nicht erklären. "Sicher ist es nicht einfach, wenn man auf die Tafel schaut und sieht acht Mercedes-Fahrer, von denen jeder andere nach dem normalen Plan unterwegs ist und erst zwei Motoren verbraucht hat", klagte Hamilton.

Mercedes stattet neben dem eigenen Team die Kunden Williams, Force India und Manor mit Motoren aus. Am Samstag (11.00 Uhr) steigt das dritte freie Training, ehe ab 14.00 Uhr die Startaufstellung für den neunten WM-Saisonlauf am Sonntag (14.00 Uhr, live ORF 1, RTL, Sky) ermittelt wird.