Auböck

Mit Selbstvertrauen zur Medaille?

Boost durch EM-Silber: Auböck plant Tokio-Coup

Die Chance auf den großen Olympia-Coup bietet sich Felix Auböck gleich in seinem ersten Tokio-Bewerb. 

Über 400 m Kraul wurde er Mitte Mai in Budapest Vize-Europameister, spätestens damit hat er sich in die recht große Abteilung der Finalanwärter eingereiht. Am Samstag (12.48 Uhr MESZ) geht es um die Top acht für den Endlauf am Sonntag (3.52 Uhr). Nimmt Auböck diese Hürde, wird auch klarer sein, wie groß die Medaillenchance des Niederösterreichers ist.

"Aktuell nicht auf Medaillenposition"

Im Optimalfall könnte er mit einem Podestplatz für das frühe große Aufatmen in Österreich zu sorgen. "Mir ist das bewusst", meinte Auböck auf Nachfrage der APA - Austria Presse Agentur. "Aber aktuell bin ich mit meiner Zeit nicht in einer Medaillenposition." Einige der Konkurrenten seien demnach in der vergangenen Saison schon schneller gewesen. Daher wolle er es Schritt für Schritt angehen, noch nicht von einer Medaille reden.

In einem sehr dichten Feld sieht Auböck bis zu 15 Schwimmer um den Aufstieg rittern, neben der Europa-Spitze zählen für ihn da die beiden US-Amerikaner und die beiden Australier dazu. Elijah Winnington (AUS) sei der klare Favorit, dessen Landsmann Jack McLoughlin dahinter einzuschätzen. Von den Europäern rechnet die rot-weiß-rote Hoffnung stark mit dem Italiener Gabriele Detti, der russische Europameister Martin Maljutin wiederum sei eine Wundertüte.

Auböck befindet sich in "physischer Topform"

Um vorne zu landen, müsse er seinen nationalen Rekord wohl so um eine Sekunde verbessern, so Auböck. Der steht seit vier Jahren bei 3:44,19 Min., bei seinem EM-Silberlauf kam er mehr oder weniger aus dem Training heraus auf 3:44,63. Dieser zweite Rang habe ihm viel Selbstvertrauen gegeben. "Das war ein Impuls, den ich noch nicht hatte in meiner Karriere. Ich denke, dass die Sicherheit jetzt da ist. Ich habe eine Medaille gemacht, weiß, wie die Situation ist. Ich hoffe, das jetzt genauso umzusetzen." 

Er wisse anhand der Trainingsergebnisse, dass er in einer besseren physischen Form sei als je zuvor. Nun gelte es, das eben auch in der Olympia-Drucksituation in das Becken zu bringen. Zumindest im Vergleich zu 2016 habe er sehr große Fortschritte gemacht. "Ich bin ein ganz anderer Schwimmer geworden seit damals. Es ist eine Voraussetzung, dass ich besser sein will als in Rio." In Brasilien hatte er über 200 m Kraul Rang 18 erreicht, über 400 m Kraul wurde er 25. und über 1.500 m Kraul 42.

Auböck sieht Extra-Jahr als Vorteil

Der seit September in England trainierende Athlet hatte schon in Brasilien eine Medaille machen wollen, sei als 19-Jähriger auch physisch aber bei weitem noch nicht in der Lage dazu gewesen. "Aber ich glaube, es hat mir trotzdem geholfen, dass ich immer das Ziel hatte, etwas Großes zu schaffen, auch wenn ich noch nicht so weit war. Ich hoffe natürlich, dass ich fünf Jahre später - dieses Extra-Jahr hat mir, glaube ich, sehr geholfen - in diese Situation komme und das dann auch umsetzen kann." 

Nach seiner Paradestrecke hat Auböck noch weitere zwei Einsätze, aber nicht über 200 m Kraul. Da hat er sich auch qualifiziert. "Am Tag des 400er-Finales ist der 200er-Vorlauf, das wäre extrem schwer." Daher hat er sich für die 800 m Kraul am Montag entschieden. "Ich schätze meine Chancen da wesentlich besser ein, das Finale zu erreichen als über 200." Der Vorlauf über 1.500 m steht erst am Freitag nächster Woche auf dem Programm. Auböck: "Dieses Rennen ist für mich dann eine kleine Zugabe."