Schwimmen: 200 Meter Kraul

Wachablöse: Titmus schlägt Ledecky erneut

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Die Spitze im Kraul-Schwimmen der Frauen steht vor einer Wachablöse.  

Die Spitze im Kraul-Schwimmen der Frauen steht vor einer Wachablöse. Die Australierin Ariarne Titmus hat am Mittwoch auch ihr zweites Finale bei den Olympischen Spielen in Tokio gewonnen, auf Gold über 400 m Kraul folgte jenes über die 200 m. US-Ass Katie Ledecky war jeweils als Titelverteidigerin angetreten, auf 400-m-Silber folgte aber nur Rang fünf. Minuten später beeindruckte der Ungar Kristof Milak durch einen mit 2,48 Sek. Vorsprung abgesicherten Sieg über 200 m Delfin.

Titmus übernahm erneut erst auf der letzten Länge die Führung, zur Rennhalbzeit war sie nicht in den Medaillenrängen gelegen. Mit dem olympischen Rekord von 1:53,50 Min. war ihr Bonus nach dem Anschlag mit 0,42 Sek. komfortabel. Silber ging an Siobhan Bernadette Haughey aus Hongkong, Bronze schon 1,20 Sek. hinter Titmus an die anfangs vorangelegene Kanadierin Penny Oleksiak. Ledecky verpasste Bronze um 0,51 Sek., ihr Rückstand auf Titmus betrug satte 1,71 Sek.

Ledecky will Rekord

Den Weltrekord über 200 m Kraul hält weiter Federica Pellegrini in 1:52,98 Min., aufgestellt in der Ära der Ganzkörperanzüge 2009 bei den Weltmeisterschaften in Rom. Die noch bis Donnerstag nächster Woche 32-Jährige wurde diesmal in 1:55,91 Siebente, sie bestritt ihr bereits fünftes Olympia-Finale in diesem Bewerb. 2008 hatte sie Gold geholt, 2004, Silber, 2016 und 2012 war Pellegrini Vierte bzw. Fünfte geworden.

Ledecky kürte sich knapp eineinhalb Stunden später zur ersten Olympiasiegerin über 1.500 m Kraul. Nach ihrem Start-Ziel-Sieg in 15;37,34 Min. nennt sie nun sechsmal Olympia-Gold ihr Eigen. Gewinnt die 24-Jährige in den nächsten Tagen auch über 800 m Kraul und 4 x 200 m Kraul würde sie den Rekord an olympischen Schwimm-Goldmedaillen ihrer Landsfrau Jenny Thompson immerhin noch einstellen. Auf den 1.500-m-Plätzen landeten die US-Amerikanerin Erica Sullivan und die Deutsche Sarah Köhler.

Milak bestätigte seine Favoritenrolle, wobei er nach 100 m nur Dritter gewesen war. Das Finish des 21-Jährigen war allerdings unwiderstehlich. Den olympischen Rekord von Michael Phelps (USA) aus 2008 drückte Milak um 0,78 Sek., seinen Weltrekord der WM 2019 verpasste er um 0,52 Sek. Trotz des gewaltigen Rückstands durfte sich der Zweite besonders freuen, holte doch Lokalmatador Tomoru Honda Silber. Der "bronzene" Federico Burdisso (ITA) lag noch einmal weitere 0,72 Sek. zurück.

Mega-Rekorde knapp verpasst

Sogar Gold für Japan gab es über 200 m Lagen der Frauen durch Yui Ohashi in 2:08,52. Während hier das US-Team durch Alex Walsh und Kate Douglass zwei Medaillen einheimste, gingen die Vereinigten Staaten in der Männer-Staffel über 4 x 200 m Kraul als Vierte leer aus. Die Schlagzeilen gehörten dafür Tom Dean, James Guy, Matthew Richards und Duncan Scott. Die Briten verpassten mit dem Europarekord von 6:58,58 Min. den Weltrekord um drei und den olympischen Rekord um zwei Hundertstel.

Erwähnenswert auch der Europarekord von Kliment Kolesnikow im Semifinale über 100 m Kraul in 47,11. Damit fehlten dem 21-Jährigen nur 0,20 Sek. auf den ebenfalls aus 2009 stammenden Weltrekord des Brasilianers Cesar Cielo. Der Schwimmer des Russischen Olympischen Komitees (ROC) wird für US-Star Caeleb Dressel (47,23/2.) im Finale am Donnerstag zu einer ernsten Herausforderung. 

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