Lisa Hauser hat die Chance auf die erste rot-weiß-rote Olympia-Medaille für eine Frau im vierten und letzten Schießen liegen lassen. Nach einem bis dahin fehlerfreien Lauf leistete sie sich drei Fehlschüsse und kam am Ende mit über zwei Minuten Rückstand ins Ziel.
Die Tirolerin Lisa Hauser hat im olympischen Biathlon-Einzel in Antholz beim letzten Schießen eine große Chance vergeben. Die bis dahin ohne Fehlschuss auf Medaillenkurs liegende Tirolerin traf im Stehendanschlag nur zwei Scheiben, die drei Strafminuten warfen sie aussichtslos auf Platz 27 zurück. Den Sieg holte trotz einer Strafminute überlegen die Französin Julia Simon. Sie gewann vor ihrer Landsfrau Lou Jeanmonnot. Bronze holte sensationell die Bulgarin Lora Hristowa.
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Die mehrfache Weltmeisterin Simon holte nach dem Auftakterfolg mit dem französischen Team in der Mixed-Staffel ihre erste Einzelmedaille bei Winterspielen. Die 29-Jährige siegte 53,1 Sekunden vor Jeanmonnot, die zwei Strafminuten ausfasste. Die fehlerfreie Hristowa lag 1:04,5 Minuten hinter Simon. Lokalmatadorin Dorothea Wierer als Fünfte mit einem Fehlschuss und die wie Hauser bis zum finalen Schießen auf Edelmetall zusteuernde Deutsche Franziska Preuß (10.) gingen leer aus.
Letztes Schießen für Hauser "extrem bitter"
Die ehemalige Massenstart-Weltmeisterin Hauser war nach dem Malheur am Schießstand geknickt. "Das tut schon weh, heute wär es wirklich möglich gewesen. Das ist extrem bitter, weil wirklich die Möglichkeit da gewesen wäre, das war mir auch voll bewusst. Es ist eine vergebene Chance und einfach schade", sagte Hauser. Nachdem der erste Schießfehler passiert war, habe es sie einfach mental zerfressen, ergänzte die 32-Jährige. Ihre bis dahin gute Vorstellung samt der schnellen Laufzeit seien aber positiv. "Da kann man schon mit einem guten Selbstvertrauen in die nächsten Rennen gehen."
Ihr nächster Bewerb ist der Sprint am Samstag, in dieser Disziplin war sie 2022 Olympia-Vierte. Anna Gandler landete im Einzel auf Rang 32, die ebenfalls zwei Strafminuten verzeichnende Tamara Steiner wurde 44. Anna Andexer kam mit fünf Schießfehlern nicht über Rang 62 hinaus.