Der Routinier verhinderte das Lange-Double

US-Amerikaner Holcomb souveräner Viererbob-Sieger

Die Serie von deutschen Olympiasiegen im Viererbob ist am Samstag zu Ende gegangen. Andre Lange, der in Salt Lake City und Turin triumphiert hatte, verpasste im Eiskanal in Whistler als Zweiter den fünften Erfolg für Schwarz-Rot-Gold hintereinander und bleibt mit viermal Gold der erfolgreichste Bob-Pilot. Steven Holcomb sorgte mit 0,38 Sek. Vorsprung für den ersten US-Erfolg im Vierer seit 1948.

Weltmeister Holcomb war ein verdienter Sieger in dem schwierigen Eiskanal, der auch den erfahrenen Piloten alles - manchen zu viel - abverlangt hatte. Nach starken Trainingsleistungen fuhr der 29-Jährige aus Park City am Freitag in den ersten zwei Läufen jeweils Bahnrekord, war auch im dritten der Schnellste und begnügte sich im Finale mit einer sicheren Fahrt (3.) zu Gold.

Der 36-jährige Lange erreichte mit seinen Hinterleuten Alexander Rödiger, Kevin Kuske und Martin Putzer zwar jeweils die beste Startzeit, die Krönung der Karriere mit dem zweiten Gold-Double im Folge blieb dem Zweier-Gewinner aber versagt. Holcomb, dessen "Night Train" getaufter Schlitten von Justin Olsen, Steve Mesler und Curtis Tomasevicz in Schwung gebracht wurde, hatte dem bis zum letzten Lauf drittplatzierten Lange zwischen zehn und 25 Hundertstel abgenommen. Der Kanadier Lyndon Rush, der als Lokalmatador den Vorteil zahlreicher Trainingsfahrten hatte, im Zweier aber dennoch gestürzt war, verlor Silber erst im letzten Lauf um 1/100 Sekunde.

Am Schlusstag gab es zum Glück keine Stürze mehr. Einen Tag zuvor waren gleich sechs Bobs in der gefährlichen Bahn umgekippt, auch Österreichs Bob mit Wolfgang Stampfer, Johannes Wipplinger, Jürgen Mayer und Christian Hackler schied nach Sturz im ersten Lauf aus. Stampfer erlitt einen Schnitt an einem Finger, auch die Hinterleute kamen mit großflächigen Abschürfungen und Prellungen recht glimpflich davon. Der Bob wurde aber stark beschädigt.