Warum Lauda seinen letzten Kampf verlor

Abschied von Legende

Warum Lauda seinen letzten Kampf verlor

Die Familie war bei ihm, als er friedlich einschlief: „Er ist gegangen“, so sein Arzt Klepetko.

 

„Niki hat gekämpft. Er war ein toller Mann. Aber es war seit einiger Zeit klar, dass wir ihn nicht mehr auf die ‚Rennstrecke‘ zurückbringen können“, so Walter Klepetko, jener Arzt am AKH Wien, der Lauda voriges Jahr die Lunge transplantierte.

Dabei scheint nach der OP noch alles so positiv. Lauda glaubt an sein „drittes Leben“. Er engagiert einen Pfleger und eine Krankenschwester, die ihn fortan in seiner Finca auf Ibiza betreuen sollen. Die beiden kündigen ihre Jobs im AKH.

© APA/HERBERT NEUBAUER
Walter Klepetko transplantierte Lauda letztes Jahr die Lunge.

Rapide verschlechtert

Mit seinem so baldigen Tod hat wohl keiner gerechnet. Im März lässt sich Lauda in die Schweizer Klinik „Cereneo“ in Vitznau am Vierwaldstättersee bringen. Das Haus hat einen heraus­ragenden Ruf als Reha-Klinik. Er will fit werden, um später nach Ibiza zu übersiedeln. ­Allerdings: Statt besser geht es Lauda täglich schlechter. Es ist aber nicht die Spenderlunge, die Probleme bereitet. Es ist eine seiner beiden Spendernieren. Sie arbeitet nicht mehr zufriedenstellend. Lauda wird aus der Reha-Klinik in die Uni-Klinik nach Zürich überstellt. Dialyse, Blutwäsche. Für eine Überstellung nach Wien ist Niki zu schwach.

Schicksalshaft

Zwei Wochen vor seinem Tod kann Lauda kaum mehr sprechen. Die Anstellungsverträge seiner beiden abgeworbenen Pfleger unterschreibt er nicht mehr. Er ahnt wohl, dass es bald zu Ende geht. Am 20. Mai schläft Niki Lauda im Kreis seiner Familie friedlich ein.

Abschied von einer Legende: So wird Niki Lauda beigesetzt

Ein großer Österreicher, einer des besten Rennfahrer aller Zeiten und eine Institution der österreichischen Gesellschaft wird am Mittwoch in Wien zu Grabe getragen. Die Familie und 350 geladene Trauergäste aus aller Welt werden Andreas Nikolaus Lauda im Wiener Stephansdom das letzte Geleit geben. Aber auch Fans und Bewunderer können von ihrem Idol Abschied nehmen.

In Empfang genommen wird der Sarg um 8 Uhr von Laudas Ehefrau Birgit und Dompfarrer Toni Faber am Riesentor des Stephansdoms. Eine Choralschola (kleine Sängergruppe) wird dazu vertonte Psalmverse in lateinischer Sprache intonieren. Im Anschluss wird der Sarg in der Vierung des Stephansdoms, also im zentralen Bereich, aufgebahrt. Birgit Lauda wird den Rennhelm ihres Mannes auf dem mit Lorbeer geschmückten Sarg platzieren.

© TZOe/Chris Singer

F1-Star Lewis Hamilton ­verabschiedet sich

350 Trauergäste. Von da an wird Niki Lauda vier Stunden lang im geschlossenen Sarg öffentlich aufgebahrt. Fans und Bewunderer der Rennfahrer-Ikone können ihrem Idol Tribut zollen, während Dompfarrer Faber einen Gebetsgottesdienst abhält. Bevor um 13 Uhr das Requiem, also die Messe für den Verstorbenen, beginnt, wird der Sarg von der Vierung zur Kommunionbank im hinteren Teil des Doms gebracht. Davor sind 350 Sitzplätze für die Familie und die geladenen Trauer­gäste reserviert. Auf der rechten Seite nehmen die Familie und die engsten Freunde Laudas Platz. Die vordersten Reihen der linken Seite sind für die Formel-1-Kollegen vorgesehen, darunter Mercedes-Teamchef Toto Wolff und Weltmeister Lewis Hamilton.

Bundeskanzler Kurz bleibt der Trauerfeier fern

Van der Bellen hält Rede. Bei den Trauerkränzen wolle sich die Familie Lauda auf einige wenige beschränken. Von offizieller Seite wird lediglich der Kranz von Bundespräsident Alexander Van der Bellen niedergelegt. Das Staatsoberhaupt wird auch als einziger Vertreter des offiziellen Österreich eine Rede halten. Bundeskanzler Kurz wird nicht teilnehmen, er muss um 13 Uhr beim BVT-Ausschuss aussagen.

Zur musikalischen Begleitung des Gottesdienstes steht ein Bläserensemble und die kleine Orgel des Stephansdoms (die Riesenorgel wird derzeit gewartet) zur Verfügung. Birgit Lauda will drei Lieblingslieder ihres Mannes in die Liturgie einfließen lassen. Die Fürbitten werden von Laudas Kindern gehalten. Drei enge Wegbegleiter sollen laut Faber Reden halten.

Beerdigung

Nach der Messe um 15 Uhr wird der Sarg Laudas von Rennfahrer-Kollegen zum vor dem Dom wartenden Bahrauto geleitet. Die Glocken des Stephansdoms läuten ein letztes Mal zum Abschied des großen Österreichers Niki Lauda. Die Beisetzung findet im engsten familiären Kreis auf einem nicht näher genannten Wiener Friedhof statt.

So können auch Sie Abschied von Lauda nehmen

Der Sarg von Niki Lauda ist kommenden Mittwoch, am 29. Mai, von 8 bis 12 Uhr im Zentrum, der sogenannten Vierung, des Stephansdoms aufgebahrt. Der Eintritt erfolgt über das seitliche Primtor des Doms. Das Requiem beginnt um 13 Uhr. Auch da haben nicht geladene Trauergäste die Möglichkeit beizuwohnen. Im vorderen Teil des Doms, nahe dem Riesentor, ist eine beschränkte Anzahl an Plätzen reserviert. Die Messe endet um 15 Uhr mit dem Auszug aus dem Dom.

(zac)