Nur Cuche lachte im Schweizer Regen

Lenzerheide

Nur Cuche lachte im Schweizer Regen

Super G am Donnerstag abgesagt, Cuche gewinnt Kristall. ÖSV-Herren gehen leer aus.

Didier Cuche ist wohl einer der wenigen gewesen, der über die Absage der Weltcup-Rennen in Lenzerheide am Donnerstag getrost hinweggesehen hat. Für den Schweizer bedeutete der Gewinn der Super-G-Wertung die zweite Kristallkugel nach jener in der Abfahrt, den ÖSV-Herren war die letzte Chance auf einen Disziplinsieg in der Saison 2010/2011 durch die Finger geronnen. Welche Auswirkungen der Ausfall des Super-G auf die Entscheidung im Gesamtweltcup der Damen zwischen Lindsey Vonn (USA) und Maria Riesch (GER) haben wird, bleibt abzuwarten.

Renndurchführung unmöglich
Regen, Schneefall, schlechte Wettervorhersagen und nicht gewährleistete Sicherheit - gleich mehrere Faktoren ließen am Donnerstag keine Rennen beim alpinen Ski-Finale zu. Doppel bitter war das für den Österreichischen Skiverband, der noch - wenn auch nicht mehr allzugroße Hoffnungen - auf die kleine Kugel bei den Herren gehabt hatte.

Walchhofers letztes Rennen fällt ins Wasser
Michael Walchhofer hätte Cuche ein letztes Mal zum Kampf herausgefordert, so musste er tatenlos zusehen, wie sich der Schweizer das Speed-Double sicherte. Und die ÖSV-Herren gehen damit erstmals seit 1996 überhaupt leer aus. Für den 35-jährigen Salzburger Walchhofer wäre es sein Abschiedsrennen gewesen, als dieses gilt nun die Abfahrt am Vortag. Der Fanclub wäre jedenfalls gerüstet gewesen.

Auch Freitagrennen gefährdet
Für Freitag sind in Lenzerheide der Slalom der Damen und der Riesentorlauf der Herren geplant, doch die Wetterprognosen sind alles andere als gut. Es soll bis zu den Freitagmorgenstunden weiter regnen und schneien. Finden Rennen am angesetzten Tag nicht statt, gelten sie als abgesagt. Ein Verschieben auf einen anderen Tag, wie zum Beispiel den Sonntag, an dem der Teambewerb stattfinden soll, ist beim Finale laut Reglement des Ski-Weltverbandes (FIS) nicht möglich.

In der Gesamtwertung hat Vonn am Mittwoch die Führung vor Riesch übernommen - 27 Zähler liegt sie voran. Die Deutsche Riesch hatte Verständnis für die Absage, bei diesen Verhältnissen hätte es keinen Sinn gemacht. Was das nun im Rennen um die große Kugel bedeute? "Da braucht man nicht mehr drüber reden. Ich schaue von Rennen zu Rennen." Riesch hatte in dieser Saison in den technischen Bewerben einen deutlichen Vorteil gegenüber Vonn, allerdings hatte sich zuletzt in Spindleruv Mlyn (Spindlermühle) ein anderes Bild gezeigt.

Vonn über Absage enttäuscht
Ihre Enttäuschung nicht verhehlt hat Vonn, die als vierfache Saisonsiegerin im Super-G bereits als Disziplin-Erste festgestanden war. "Im Kampf um den Gesamtweltcup zählt jeder Punkt und der Super-G ist meine stärkste Disziplin. Es ist definitiv enttäuschend, dass wir dieses Rennen verloren haben", meinte die 26-Jährige. Sie wollte am nun freien Tag auch versuchen, sich für die zwei letzten Rennen auszurasten. Riesch hatte in diesem Winter lediglich einen Super-G gewonnen, deshalb hatte die US-Amerikanerin berechtigte Hoffnungen auf einem Ausbau des Punktevorsprungs vor dem abschließenden Slalom und dem Riesentorlauf gehegt.