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Aufgegeben

Salzburg pfeift auf Olympia

Nach zwei Wahldebakeln in Folge haben die Salzburger genug. Es wird keine weitere Olympia-Bewerbung mehr geben.

Der Traum von Olympischen Spielen ist für Salzburg auch für die Zukunft ausgeträumt. "Salzburg wird sich definitiv nicht mehr bewerben", erklärte Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden nach der Sitzung des Gemeinderates. "Wir sind chancenlos, solange sich die Spielregeln nicht ändern." Schaden brachte damit die Stimmung aller Gemeinderatsfraktionen auf den Punkt, die sich gegen weitere Olympia-Ambitionen aussprachen.

Überhaupt keine Ö-Bewerbung mehr?
"Ich denke, unter diesen Umständen können sich kleine Länder nicht mehr bewerben", erklärte Schaden angesichts der astronomischen Summen, die für Olympische Winterspiele notwendig seien, in der Sitzung. Er vermutet, dass das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) in den kommenden Jahren nicht einmal mehr vorschlagen werde, dass sich eine österreichische Stadt bewerben solle, meinte Schaden.

Im ÖOC war man über die Salzburger Entscheidung nicht überrascht. "Wir haben es vermutet", sagte ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth. Bezüglich einer Kandidatur einer anderen österreichischen Stadt bestehe keine Eile. "Dafür wäre rund eineinhalb Jahre Zeit", meinte Jungwirth. Das ÖOC wird sich erst bei seiner Vorstands-Sitzung im kommenden September über die Abstimmung in Guatemala, wo Salzburg am 4. Juli erneut klar gescheitert war, befassen.

Frage des Geldes
Man werde aber weder eine "Olympia-Sperre" aussprechen noch jemand offensiv ermutigen. "Wenn es Interessenten gibt, werden wir uns das anschauen", so Jungwirth. Die Tendenz ist aber auch beim ÖOC klar. Jungwirth: "Nach derzeitigem Stand wird mit irren finanziellen Mitteln um Olympia gebuhlt. Das ist mit einem Budget von zehn Mio. Euro nicht zu machen, wahrscheinlich müsste man zumindest verdoppeln."

Lob für den Bürgermeister
"Es wird zu keiner Bewerbung Salzburgs mehr kommen", stellte auch Vizebürgermeister Harald Preuner im Gemeinderat klar. Und der FP-Mandatar Andreas Schöppl verlangte gar, die nächsten 20 Jahre auf einen neuerlichen Olympia-Anlauf zu verzichten. Allgemeines Lob gab es für den Einsatz von Schaden für die Salzburger Bewerbung und die Präsentation in Guatemala. Salzburg habe international durch die Kandidatur an Profil gewonnen, die Außenwirkung dürfe nicht unterschätzt werden, sagte das Stadtoberhaupt. Nun gehe es darum, die Ziele der Stadt zu definieren.

Volle Konzentration auf EURO 2008
Sport werde ein Thema bleiben, meinte der Bürgermeister: "Ich erwarte mir von der Europameisterschaft 2008 ein tolles Fußballfest in den Straßen Salzburgs." Man werde die Augen offen halten, um kleine und feine Sportveranstaltungen nach Salzburg zu holen. Auch sonst gebe es ehrgeizige Projekte. Schaden nannte dabei den Unipark Nonntal, das Projekt "Neue Mitte Lehen" oder die Science City in Itzling. Für das geplante Erlebnisbad müsse es eine überregionale Finanzierung geben, verlangte Schaden.