Kritik an Zagreb-Rennen reißt nicht ab

Auch FIS-Renndirektor erbost

Kritik an Zagreb-Rennen reißt nicht ab

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Kritik an Veranstalter und FIS-Stellvertreter Couder: "Muss sich durchsetzen" 

FIS-Männer-Renndirektor Markus Waldner ist nach dem letztlich annullierten Slalom-Durchgang in Zagreb am Donnerstag wütend und kündigte Konsequenzen an. "Wie die Sachen dort gelaufen sind, ist einfach nicht akzeptabel", sagte der Südtiroler am Samstag in Adelboden im ORF-Fernsehen. In seiner Abwesenheit habe Rennleiter Vedran Pavlek das Kommando übernommen und sei dabei auch "sehr aggressiv" geworden. "Das nehmen wir nicht so hin", meinte Waldner.

Seinem Stellvertreter Emmanuel Couder stellte er kein gutes Zeugnis aus. "Normalerweise bin ich der Chief Race Director, diesmal war er in der Rolle", berichtete Waldner, der sich am Donnerstag bereits in der Schweiz aufgehalten hatte. Der Franzose Couder sei von Pavlek, der auch Alpindirektor des kroatischen Verbands ist, aber offenbar überstimmt worden. "Natürlich hat er sehr viel Druck gekriegt. Aber da gibt es keinen Kompromiss. Er hat das letzte Wort, da muss er sich durchsetzen."

Der erste Durchgang hätte wegen der arg ramponierten Piste gar nicht begonnen werden dürfen, stellte Waldner klar. "Nach der Besichtigung sieht man, dass man das Rennen nicht fahren kann, weil wir 60 Läufer am Start haben", sagte er. "Da habe ich dann eingreifen müssen und habe von da das Rennen abgesagt via Telefon. Aber das war schon zu spät, weil das Rennen hätte nie gestartet werden sollen."

Für viele Läufer erschien eine Absage nach der Besichtigung allerdings nicht als alternativlos. "Es hat eigentlich so ausgeschaut, als hätte es ein bisschen mehr nachgezogen. Es waren definitiv weniger Tore drinnen, die mit einem Fragezeichen waren", rekapitulierte Manuel Feller. Nach den Fernsehbildern habe er sich dann aber gedacht, es sei nicht fahrbar.

"Was mich einfach gestört hat, waren die unschlüssigen Entscheidungen. Jeder kann Entscheidungen treffen, die falsch sind, aber es sollen Entscheidungen getroffen werden und nicht fünfmal hin und her", sagte der Tiroler in Adelboden. "Der, der das Zepter in der Hand gehabt hat, hat keine Entscheidungen getroffen. Und der, der es eigentlich in der Hand hat, war nicht da", meinte er mit Blick auf die Personen Waldner und Couder.

Waldner will nun das FIS-Management mit der Sache betrauen. "Nächste Woche werden wir eine Sitzung haben mit dem Management und das Rennen aufarbeiten und schauen, was wir in Zukunft machen werden. So fahren wir keine Weltcup-Rennen. Das ist keine Werbung für unseren Sport", betonte er. 

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