Unglaublich: Abfahrtstrainings-Dominator Giovanni Franzoni (24) jubelt beim Super-G in Wengen über seinen ersten Weltcupsieg. Stefan Babinsky freute und ärgerte sich über Platz 2.
Mit Startnummer 1 legte der 24-jährige Italiener eine optisch fehlerfreie Fahrt hin. Doch nur wenige ahnten, dass das bereits für den Sieg reichen könnte. Ein Mitfavorit nach dem anderen zerbrach an den vorgelegten 1:45,19. Mit Nummer 4 kam der Steirer Stefan Babinsky (+0,35) dem Sensationsmann noch am nächsten. Was steckt hinter den neuen Gleitfähigkeiten des neuen Weltcup-Siegers: Insider glauben an ein neues Wunderwachs, auf das neben den Italienern auch die Schweizer zurückgreifen könnten.
Vorjahrssieger Franjo von Allmen (Startnr. 8) war im oberen Gleitteil ebenfalls schnell, verlor aber alles im technisch schwierigeren Mittelteil und wurde mit 37 Hundertstel Rückstand Dritter.
Auch Vincent Kriechmayr war oben schnell, ließ aber unten über eine Sekunde liegen, schaffte es nicht einmal in die Top 10 (+1,28) und schüttelte den Kopf: "Überall hab ich ein paar km/h verloren, das summiert sich bei einem derart langen Super-G."
Weltcup-Dominator Marco Odermatt (Startnr. 12) verpasste in seinem "Wohnzimmer" als Vierter (+0,53) das Podest um 18 Hundertstel. RTL-Weltmeister Raphael Haaser wurde in diesem Highspeed-Super-G mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h Fünfter (+0,68).
Tränen für verstorbenen Freund
Den Sieg widmet Franzoni seinem im September verunglückten Teamkollegen Matteo Franzoso: "Meine ganze Karriere wird er in Gedanken bei mir sein." Bereits nach seinem dritten Platz beim Super-G in Gröden hatte Franzoni um seinen verstorbenen Freund geweint: "Er war wie ein Bruder für mich."
Franzoni über seinen Premieren-Coup: "Es ist verrückt. Auf dieser Strecke bin ich vor zwei Jahren gestürzt und hab mich schwer verletzt. Hier habe ich aber auch meine ersten Weltcuppunkte geholt. Ich habe viel an meinem Skifahren gearbeitet und in Gröden mein erstes Podest geholt. Jetzt stehe ich ganz oben."
Trotz Premieren-Podest: Babinsky ärgert sich über verpassten Sieg
Der 29-jährige Babinsky feiert sein erstes Podest im 94. Weltcuprennen und ärgert sich trotzdem: "Das Ziel-S hab ich nicht ganz so erwischt, wie ich wollte." Dann überwog aber doch die Freude: "Nach einigen vierten Plätze hab ich nie aufgehört an mich zu glauben. Es taugt mir extrem, dass ich so ins Wengen-Wochenende gestartet bin."
Am Samstag (12.30) steigt der Abfahrtsklassiker am Lauberhorn. Für Kriechmayr & Co. die Chance zur Revanche!