Der Team-Senior ist keineswegs müde

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Wolfgang Loitzl im vierten Anlauf zu Olympia-Gold

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Zwei Skispringer-Generationen haben am Montag gemeinsam Teamgold für Österreich erobert. Wolfgang Loitzl holte bei seinen vierten Winterspielen und dem allerdings erst vierten Einsatz mit 30 Jahren Olympia-Gold, der 20-jährige Gregor Schlierenzauer schaffte das schon bei seinem Debüt im Zeichen der Fünf Ringe.

Loitzl hatte bisher keine guten Erfahrungen gemacht mit Olympia. 1998 und 2006 wurde er für keinen Bewerb nominiert, 2002 belegte er mit dem Team nur den vierten Rang. "Es hat lange gedauert, in den Jahren der bisherigen Winterspiele bin ich nicht wirklich gut gesprungen", meinte er rückblickend. "In Kanada war es das erste Mal, dass ich mit berechtigten Hoffnungen hergefahren bin. Dass ich es im Einzel nicht geschafft habe, kann ich jetzt besser wegstecken. Ich glaube, dass ich jetzt Frieden geschlossen habe mit den Olympischen Spielen."

Der Bad Mitterndorfer ist in Whistler mit der Großschanze immer besser zurecht gekommen. "Ich konnte mich auf meine besten Sprünge besinnen", erklärte Loitzl, "jetzt bin ich wieder da, wo ich hingehöre." Angesichts des von Beginn an klaren Vorsprungs habe er den Wettkampf richtig genießen können.

Loitzl ist der Senior im Team von Cheftrainer Alexander Pointner, doch ans Aufhören denkt er keineswegs. "Nachdem ich vergangenes Jahr und heuer so erfolgreich war, macht es mir noch mehr Spaß. Wieso soll ich ein Hobby aufgeben, das ich zum Beruf gemacht habe, so lange es Spaß macht?", sagte Loitzl, der dank des Tourneesieges einen Kopfsponsor für den Olympia-Winter fand. Irgendwann werde ihm der Kopf oder der Körper sagen, dass Schluss sei, aber derzeit wolle er sich kein Limit setzen. "Derzeit spricht nichts dagegen, dass ich in vier Jahren auch noch dabei bin", betonte der Familienvater.

Schlierenzauer freute sich nach zwei Bronzemedaillen über seine erste Goldene. "Wir haben es uns alle sehr verdient nach vier Jahren harter Arbeit", sagte der Tiroler. "Für mich als Einzelsportler zählt eine Einzelmedaille mehr, aber als Team kann man nicht mehr erreichen und das ist in Erfüllung gegangen." So wie seine Kollegen sprang Schlierenzauer im Teambewerb befreiter als in den zwei Konkurrenzen zuvor. "Man könnte sagen, das diese zwei sehr guten Sprünge einige Tage zu spät gekommen sind. Aber ich habe drei Medaillen. Und wenn es nicht so locker von der Hand geht, sondern erkämpft werden muss, ist es vielleicht sogar mehr wert."

Auf seine Sprünge am Montag war der Skiflug-Weltmeister stolz. Er war im Probedurchgang und im ersten Durchgang der Beste und stand im Finale als letzter Springer mit 146,5 Metern die größte Weite. "Der letzte Sprung war Schlierenzauer-Style, auch wenn es zwei Luken weniger Anlauf gewesen wären, wie im Einzelbewerb hätte ich noch 145 Meter geschafft. Da hätte auch der Simon Ammann eine Daunenjacke gebraucht. Das gibt Kraft für den Kampf um den Gesamt-Weltcup."

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