ÖOC-Trio auf Medaillenjagd

Snowboarder

ÖOC-Trio auf Medaillenjagd

Artikel teilen

Krainer, Schattschneider und Weißenbacher lernten sich schon in der Schule kennen.

Ein gebrochenes Schlüsselbein hätte beinahe den Traum der drei Freunde zerstört: gemeinsam nach Russland und bei der Premiere des Sports im Zeichen der Fünf Ringe antreten - dieses Ziel hatten sich die Snowboard-Slopestyler Adrian Krainer, Clemens Schattschneider und Mathias Weißenbacher gesetzt. Die Knochen sind wieder heil und groß ist die Freude, dass es sich für alle ausgegangen ist.

Drei dicke Freunde
Weißenbacher ist seit Montag 22, Schattschneider folgt ihm am Freitag und Krainer am 22. November. Die also nahezu Gleichaltrigen haben sich in der Schule in Schladming kennengelernt, seitdem sind die Freunde, ziehen nicht nur im Winter gemeinsam durch den Weltcup und die Contests, sondern urlauben auch zusammen. Mit der gleichen Vorliebe.

"Letztes Jahr waren wir alle drei in Bali surfen. Wir haben uns vor ein paar Jahren vom Kennenlernen an gut verstanden, wir sind in der Art alle gleich, haben dieselbe Einstellung. Jede hat seine guten und nicht so guten Seiten", meinte der Badener Schattschneider schmunzelnd.

Schlüsselbeinbruch stoppte Schattschneider beinahe
"Mathias und Adrian kennen sich schon ein bisschen länger, weil ich erst ein Jahr später in Schule gekommen bin", erklärte Schattschneider, der sich Anfang November 2013 das Schlüsselbeinbruch in der linken Schulter gebrochen hat. Mitte Jänner stieg er wieder in den Weltcup ein, die Olympia-Teilnahme war fixiert. "Nach fünf Liegestützen tut es schon weh, aber ich habe alles super getapt, das haut schon hin."

Schattschneider ist Junioren-Weltmeister von 2011, bei "großen" Weltmeisterschaften war er bisher zweimal Fünfter. Er kommt aus einer sehr sportlichen Familie. "Wir haben ein Haus am Semmering, waren immer viel Ski und Snowboarden. Mit 16 bin ich nach Schladming ins Leistungszentrum gegangen. Ich wollte Skifahren, aber damals gab es Freestyle im ÖSV nicht. Dann habe ich mir gedacht, fahre ich halt Snowboard. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich so weit komme." Es ging rasant aufwärts und nach einem Jahr rutschte er in den ÖSV-Kader.

"Da will ich dabei sein"
"Als ich klein war, habe ich die Olympische Spiele immer als etwas Großartiges gesehen. Als unsere Disziplin olympisch wurde, habe ich mir schon gesagt, da will ich dabei sein. Und jetzt bin ich es und kann es noch nicht wirklich realisieren." Seine Eltern und die jüngere Schwester Sophie sind als Daumendrücker in Russland mit dabei.

Weißenbacher "tanzt aus der Reihe"
Als der, "der in der Familie aus der Reihe tanzt", bezeichnet sich Weißenbacher. "Wir haben daheim ein Hotel, darum dreht es sich", sagte der Radstädter. Er war lange Skifahrer und wechselte mit zehn Jahren aufs Board. "Zuerst alpin, dann Boardercross und mit 12 habe ich angefangen zu hüpfen. Ich bin nach Schladming, habe den Snowboard-Zweig gemacht und so richtig in das Ganze reingekommen." Flachau-Winkel bezeichnet er als seinen Hausberg. Auch er wird von den Eltern und seiner Schwester Natalie in Extrem-Park in Rosa Chutor angefeuert.

Krainer hatte keine andere Wahl
Die Eltern des Kärntners Krainer haben in Bad Kleinkirchheim eine Ski- und Sportschule, die im Winter und Sommer betrieben wird. "Es war mir praktisch in die Wiege gelegt, dass ich den ganzen Tag nur sportle. Ich bin von der Schule heimgekommen und direkt in den See und im Winter auf den Berg", erzählte er.

Bereits im Alter von drei Jahren hat man ihn auf ein Snowboard gestellt und runtergeschupft. "Da bin ich direkt in den Zaun gefahren." Der Bursche aus Feld am See fand Gefallen am Sport und baute sich selbst Sprünge. "Dann haben wir beschlossen, dass ich in die Skihandelsschule nach Schladming gehe, wo es Freestyle-Snowboarden gab. Nach einem Jahr bin ich in den Nachwuchskader reingerutscht. So ging es Schritt für Schnitt."

Sei Kindheitsraum sei Snowboard- oder Surfprofi gewesen. "Also bin ich Snowboardprofi geworfen, denn das Meer ist so weit weg." Von seiner Familie sind die Mutter und die Schwester mit dabei, der Papa muss daheim auf die Firma schauen.

OE24 Logo