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Kommen Rückenverspannungen wirklich nur von schlechter Haltung?

Wer viel sitzt oder lange am Computer arbeitet, kennt das Gefühl: Der Nacken wird hart, der Rücken zieht, die Schultern verspannen. Schnell heißt es dann: „Das kommt sicher von deiner schlechten Haltung.“ 

Doch ganz so einfach ist es nicht. Moderne Forschung zeigt, dass hinter Rückenverspannungen oft mehr steckt als nur eine krumme Sitzposition. 

Stress spielt eine größere Rolle als viele denken

Neben körperlichen Faktoren kann auch psychischer Stress direkten Einfluss auf unsere Muskulatur haben. Gerät der Körper dauerhaft unter Druck, schüttet er vermehrt Stresshormone wie Cortisol aus. Diese erhöhen die Grundspannung der Muskeln – besonders im Nacken- und Rückenbereich.
Das bedeutet: Selbst wer eigentlich eine gute Haltung hat, kann unter Stress schneller Verspannungen entwickeln. Der Körper bleibt gewissermaßen im „Alarmmodus“, wodurch sich Muskeln schlechter entspannen können.

Kommen Rückenverspannungen wirklich nur von schlechter Haltung?
© getty images

Warum Bewegung wichtig ist – aber richtig dosiert

Bewegung gilt als eines der besten Mittel gegen Rückenschmerzen und Verspannungen. Allerdings kommt es darauf an, wie man trainiert. Unkontrollierte oder zu intensive Belastung kann den Körper zusätzlich stressen und bestehende Verspannungen sogar verstärken.
Viel effektiver sind kontrollierte Bewegungen, bei denen Kraft, Stabilität und Körpergefühl im Mittelpunkt stehen. Besonders Übungen mit langsamen Bewegungsphasen – etwa beim Absenken eines Gewichts – können beruhigend auf das Nervensystem wirken. Sie helfen dabei, Muskelspannung gezielt aufzubauen und anschließend wieder zu lösen.

Kontrolle statt Trainingsstress

Der Schlüssel liegt also nicht darin, möglichst hart zu trainieren, sondern bewusst und kontrolliert zu bewegen. Krafttraining mit ruhigen Tempi unterstützt die Körperwahrnehmung, verbessert die Bewegungsqualität und kann dazu beitragen, das Nervensystem zu regulieren.

Rückenverspannungen entstehen selten nur durch eine schlechte Haltung. Häufig ist es ein Zusammenspiel aus Stress, Bewegungsmangel und ungünstigen Belastungsmustern. Wer regelmäßig trainiert, auf kontrollierte Bewegungen achtet und dem Körper auch Entspannung gönnt, kann Verspannungen langfristig besser vorbeugen.
 

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