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Unsere Tiere

Frühling: Tipps für einen tier- und umweltfreundlichen Garten

Der März ist der perfekte Zeitpunkt, um den eigenen Garten in ein kleines Paradies für Tiere zu verwandeln.  

Während die Natur langsam aus dem Winterschlaf erwacht, können wir jetzt schon den Grundstein dafür legen, dass Bienen, Schmetterlinge und viele andere Nützlinge im Laufe des Jahres ausreichend Nahrung finden. Ein tierfreundlicher Garten muss dabei weder kompliziert noch perfekt geplant sein – oft reichen schon ein paar bewusste Entscheidungen bei der Pflanzenauswahl.

Sobald der Boden frostfrei ist, lassen sich im März bereits einige robuste, insektenfreundliche Blumen direkt ins Beet säen. Besonders geeignet sind zum Beispiel Kornblumen, Ringelblumen, Wiesen-Margeriten, Wilde Möhre, Wiesenklee oder Wiesen-Flockenblumen. Diese Pflanzen sind nicht nur pflegeleicht, sondern liefern auch reichlich Nektar und Pollen. Etwas empfindlichere Sommerblumen wie Cosmea, Sonnenhut oder Malven kann man jetzt im Haus vorziehen und später ins Freie setzen. Wichtig ist dabei möglichst regionales Saatgut oder spezielle Wildblumenmischungen zu verwenden, denn heimische Pflanzen sind für unsere Insekten besonders wertvoll.

Wer allerdings nicht jedes Jahr neu säen möchte, kann sich auch für tierfreundliche, mehrjährige Pflanzen entscheiden. Besonders wertvoll sind heimische Stauden wie Lavendel, Wiesensalbei, Sonnenhut, Astern oder Fetthenne. Sie blühen über viele Jahre hinweg und bieten zuverlässig Nahrung. Auch mehrjährige Wildblumen und robuste Stauden wie Malven oder Margeriten eignen sich gut für naturnahe Beete. Ergänzend dazu schaffen Hecken wertvolle Lebensräume: Weißdorn, Schlehe, Holunder, Wildrosen oder Johannisbeeren bieten Blüten für Insekten und später Beeren für Vögel. Solche Strukturen machen den Garten nicht nur pflegeleichter, sondern auch ökologisch deutlich vielfältiger.

Doch woran erkennt man eigentlich, ob eine Pflanze tierfreundlich ist? Ein gutes Zeichen sind einfache, ungefüllte Blüten, bei denen die Staubgefäße gut sichtbar sind. Dort kommen Bienen und andere Insekten problemlos an Nektar und Pollen. Duftende Blüten und eine lange Blütezeit sind ebenfalls Hinweise darauf, dass eine Pflanze ökologisch sinnvoll ist. Weniger geeignet sind stark gefüllte Zuchtformen, exotische Zierpflanzen ohne ökologische Funktion oder Sorten, die als steril oder pollenfrei gekennzeichnet sind. Sie sehen zwar oft beeindruckend aus, bieten Insekten aber kaum Nahrung.

Viele Menschen stellen zusätzlich ein Insektenhotel aus dem Baumarkt auf – doch diese sind leider oft nicht wirklich geeignet. Häufig sind die Bohrlöcher zu groß oder ausgefranst, das Holz ist behandelt oder die Füllmaterialien wie Tannenzapfen bieten Wildbienen keinen echten Nutzen. Stattdessen hilft man Insekten viel besser mit natürlichen Strukturen: Totholzstücke mit sauber gebohrten Löchern, markhaltige Stängel von Stauden, die über den Winter stehen bleiben dürfen, offene, sandige Bodenstellen für bodennistende Wildbienen oder kleine Reisighaufen. Oft ist ein etwas „unaufgeräumter“ Garten der wertvollste Lebensraum.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 15.03.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 22.03.2026, 18:30 Uhr 

Neben den richtigen Blumen spielt also die gesamte Gestaltung eine wichtige Rolle. Eine kleine wilde Ecke, etwas liegen gelassenes Laub oder ein Stück Totholz schaffen Rückzugsorte. Eine flache Wasserschale mit ein paar Steinen dient Insekten als sichere Trinkstelle. Und ganz entscheidend: der Verzicht auf Pestizide.

Wer jetzt im März beginnt, bewusst zu säen oder mehrjährige Pflanzen zu setzen und natürliche Lebensräume zuzulassen, sorgt dafür, dass der Garten vom Frühling bis in den Herbst hinein summt und blüht – und wird selbst mit einem lebendigen, farbenfrohen Naturerlebnis direkt vor der Haustür belohnt.

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