Irak
Bombenserie in Bagdad: Dutzende Tote
Bei der schwersten Anschlagsserie im Irak seit Monaten haben Terroristen in der Hauptstadt Bagdad mehr als 70 Menschen getötet. Polizisten und Krankenhausärzte sprachen von über 180 Verletzten. Die Bomben explodierten am Donnerstag in Stadtvierteln, in denen Schiiten, Sunniten und auch Christen leben. Es dürften um die zehn Sprengkörper gewesen sein. Zumindest eine davon wurde von einem Selbstmordattentäter gezündet.
Kurz nach dem Abzug der letzten US-Kampftruppen handelte es sich um die erste Serie offenbar koordinierter Anschläge, nachdem zuletzt die Spannungen zwischen den verschiedenen Religionsgruppen wieder aufgebrochen waren. Fast neun Jahre nach dem Sturz Saddam Husseins buhlen in dem tief gespaltenen Land Schiiten und Sunniten erbittert um die Macht.
Die Anschläge wurden in den Stadtvierteln Karrada, Al-Wasirija, Al-Schaab und Al-Alwija verübt. Im Innenstadt-Viertel Karrada explodierte eine Autobombe. Zur gleichen Zeit zündete ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel. Zwei Sprengsätze detonierten nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Al-Alwija in der Nähe eines Kinos. Augenzeugen berichteten von aufsteigenden Rauchsäulen in mehreren Stadtvierteln. Zerstörte Autos lagen übereinander. Viele Beamte flohen in Panik aus ihren Büros in der Innenstadt.
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