Silvester-Horror

Crans Montana: Über 100 Personen noch in Lebensgefahr

Nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana befinden sich 80 bis 100 Verletzte in kritischem Zustand.

Das sagte der Walliser Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer am Freitag dem französischen Radiosender RTL. Die schreckliche Bilanz von rund 40 Todesopfern könnte sich noch verschlimmern, sagte Ganzer. Menschen mit Verbrennungen dritten Grades auf etwa 15 Prozent der Körperoberfläche hätten ein erhöhtes Risiko, in den Stunden und Tagen nach dem Unfall zu sterben.

Die Identifizierung der Opfer werde noch Zeit in Anspruch nehmen, sagte der Regierungspräsident des Kantons Wallis, Mathias Reynard, indes gegenüber dem Schweizer Sender RTS. Die Arbeiten dauerten an. Die Leichen seien so stark verbrannt, dass es Tage dauern könnte, bis die Namen aller Opfer festgestellt würden, teilten die Behörden mit. Reynard erklärte, Experten nutzten für die Identifizierung Zahn- und DNA-Proben. Man müsse sich "100-prozentig sicher" sein, bevor man die Familien informiere. "Das erste Ziel ist es, allen Leichen Namen zuzuordnen", sagte der Bürgermeister von Crans-Montana, Nicolas Feraud. Über Österreicherinnen und Österreicher unter den Opfern war auch am Freitag nichts bekannt.

Spitäler unter Druck

Der Walliser Regierungspräsident Reynard sprach von einer "äußerst angespannten Lage" in den Spitälern. "Einige Personen, die eigentlich frei gehabt hätten, sind zur Arbeit gekommen, um ihre Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen", erklärte der Regierungspräsident. Zudem gebe es Gespräche über medizinische Zusammenarbeit. Französische Spezialisten für schwere Brandverletzungen könnten in den Kanton Wallis kommen.

In der Universitätsklinik Lausanne wurden allein etwa 13 erwachsene und acht minderjährige Brandverletzte aufgenommen, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist", wie der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, dem Sender RTS sagte. Raffoul erklärte weiter, es handle sich um sehr schwere Verletzungen, deren Behandlung sehr lange dauern werde. Hinzu könne kommen, dass die Verletzten auch Rauchgasvergiftungen, Quetschungen sowie Knochenbrüche durch das Gedränge erlitten hätten. Durch das Verbrennen von Kunststoff könnten sehr giftige Dämpfe entstanden sein.

Video zum Thema: Dutzende Tote und an die 100 Verletzte bei Feuer in Schweizer Skiort

Je nach Schweregrad der Verbrennung - also ihrer Tiefe und ihrer Ausdehnung - ist eine Hauttransplantation erforderlich. Wenn 60 Prozent oder mehr der Hautoberfläche verbrannt sind, besteht unter anderem das Risiko eines Multiorganversagens und damit Lebensgefahr.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten