Deutschland

Ex-Gesundheitsminister will jetzt "Klima-Pandemie" ausrufen

Der frühere deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach fordert gemeinsam mit einer WHO-Expertengruppe die Ausrufung eines globalen Gesundheitsnotstands aufgrund der Klimakrise. 

Der frühere deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist Teil einer elfköpfigen Expertengruppe, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO die Ausrufung eines „gesundheitlichen Notstandes von internationaler Tragweite“ verlangt.

Dies entspricht der höchsten Alarmstufe, die zuletzt zu Beginn der Covid-Pandemie ausgerufen worden war. Lauterbach begründet die Forderung gegenüber dem „Spiegel“ wie folgt: „Klimawandel müsste eigentlich schon lange ganz oben auf der Agenda der WHO stehen, denn was macht ihn denn so gefährlich? Abgesehen von den ökonomischen Folgen sind es die Gesundheitskonsequenzen.“

Arbeit der Klima-Kommission

Die „Paneuropäische Kommission Klima und Gesundheit“ wurde vor einem Jahr vom Europa-Büro der WHO eingesetzt. Das Gremium steht unter der Leitung der früheren isländischen Premierministerin Katrín Jakobsdóttir. Neben Lauterbach gehört auch die dänische Ex-EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard zu den Mitgliedern. In einem 54-seitigen Bericht warnt die Kommission: „Die Klimakrise stellt eine Bedrohung für Sicherheit, sozialen Zusammenhalt, Menschenrechte und Gesundheit dar.“ Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Klimaforscher jüngst ihr schlimmstes Angst-Szenario verworfen haben.

Lauterbach
© Apa

Neue Befugnisse im Visier

Das Gremium schlägt unter anderem den Aufbau eines WHO-Informationszentrums für Klima und Gesundheit vor. Dieses soll Regierungen mit Daten und Argumentationshilfen versorgen. Zudem soll die WHO alle zwei Jahre bewerten, wie gut Mitgliedstaaten ihre Gesundheitssysteme auf den Klimawandel vorbereiten. Die Weltbehörde soll nach Meinung der Kommission mehr Macht bekommen, da die aktuellen WHO-Regularien eine Notfalldeklaration wegen zunehmender Erwärmung bisher nicht vorsehen. Dies soll geändert werden, um koordinierte Gegenmaßnahmen bei katastrophalen Hitzewellen einleiten zu können.

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