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Ebola: Erstmals Patienten in den USA behandelt

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Zwei US-Bürger hatten sich bei humanitärem Einsatz infiziert: Bisher 729 Tote.

Zum ersten Mal werden in den USA Ebola-Patienten behandelt. Am Wochenende traf zunächst der infizierte amerikanische Arzt Kent Brantly mit einer Chartermaschine aus Liberia ein. Danach holte der mit nur einer Isolationskammer ausgerüstete Jet Nancy Writebol heim.

Beide US-Bürger hatten sich dem Sender CNN zufolge während ihres humanitären Einsatzes in Westafrika infiziert, wo in den vergangenen Monaten mehr als 700 Menschen an Ebola starben. Unter den Opfern sind auch Dutzende meist einheimische Helfer.

Patienten in Isolationszimmer
Brantly sei in der Spezialabteilung des Emory University Hospital in Atlanta bereits von seiner Frau besucht worden, mit der er - getrennt durch eine Glaswand - 45 Minuten sprechen konnte, hieß es bei CNN. Der leitende Arzt Bruce Ribner nannte den Gesundheitszustand beider Patienten "stabil".

Er versicherte, dass alle nötigen Maßnahmen getroffen worden seien, um eine Ausbreitung der gefährlichen Krankheit in den USA zu verhindern. In den USA hatte sich etwa in sozialen Netzwerken die Angst geregt, Ebola einzuschleppen.

Infizierter Regierungsberater starb in Flughafen
Erleichterung gab es unterdessen in Nigeria: Zwei Verdachtsfälle bestätigten sich in Analysen nicht. Die Patienten sollten aber weiter beobachtet werden, ebenso wie 70 weitere Menschen, hieß es vom örtlichen Zentrum für Krankheitskontrolle, NCDC.

Sie alle sollen Kontakt zu einem Berater der liberianischen Regierung gehabt haben, der mit einem Flugzeug in die Zehn-Millionen-Metropole Lagos gereist, dort am Flughafen mit Ebola zusammengebrochen und später gestorben war.

Nigeria: Grenzen bleiben offen
Die Grenzen zu den Nachbarländern zu schließen, sei nicht vorgesehen, sagte Nigerias Innenminister Abba Moro. Die sei eine extreme Maßnahme mit weitreichenden Konsequenzen, die erst bei "absoluter Notwendigkeit" ins Auge gefasst werde, sagte er am Wochenende vor Journalisten in Abuja.

Die drei von der Ebola-Epidemie betroffenen afrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia erklärten das gemeinsame Grenzgebiet zur Quarantänezone. Die als Epizentrum der Seuche identifizierten Gegenden würden von Polizisten und Soldaten isoliert und die Bewohner mit Hilfslieferungen versorgt, hieß in Guineas Hauptstadt Conakry.

WHO startet 100-Millionen-Dollar-Hilfsprogramm
Dort ging am Freitagabend ein mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranstalteter Sondergipfel zur Ebola-Epidemie zu Ende, den die Teilnehmer nutzten, um ein 100 Millionen Dollar umfassendes Hilfsprogramm auf den Weg zu bringen.

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan warnte, dass die Seuche katastrophale Ausmaße annehmen könnte, wenn sie nicht schnell unter Kontrolle gebracht werde. Das Virus breite sich derzeit schneller aus als die Helfer in der Lage seien, es einzudämmen.

60 Ärzte unter den Ebola-Todesopfern
Nach Angaben der WHO sind seit Februar mindestens 729 Menschen an der Seuche gestorben, darunter 60 medizinische Kräfte. Mehr als 1.300 Menschen haben sich infiziert.

Das Virus führt in 60 bis 90 Prozent aller Fälle zum Tod. Eine Übertragung geschieht durch sämtliche Körperflüssigkeiten eines Kranken. Bisher gibt es weder eine zugelassene Impfung noch eine Therapie.

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