Chance auf Revanche
Geheimplan: So bastelt Trump an Comeback
Der US-Präsident strauchelt -und sein Vorgänger lauert auf seine Comeback-Chance. Schon graut der Nation: Kommt es zum Rückspiel zwischen Joe Biden und Donald Trump? "Sleepy Joe" gegen "Tobsuchts-Don"? Und zerreißt dabei eine noch schlimmere Schlammschlacht als 2020 das polarisierte Amerika endgültig?
Klar ist: Der Demokrat Biden hängt nach nur zehn Amtsmonaten in den Seilen. Umfragen dokumentieren den Popularitäts-Sinkf lug: Zuletzt fanden nur noch 38 Prozent seine Amtsführung begrüßenswert. War um schlingert der 78-Jährige?
Es gibt mehrere Gründe, die Litanei der Flops und Fehltritte von Biden wird länger:
- Das blutige Chaos beim Afghanistan-Rückzug samt der Terror-Attacke (mit zwölf toten US-Soldaten) erzürnte die Nation heftig.
- Die zuletzt galoppierende Inf lation (6,2 Prozent im Oktober, ein 30-Jahres-Hoch) bringt Bürger finanziell in Bedrängnis. Wegen Nachschub-Problemen drohen zudem beim Weihnachtsgeschäft leere Regale.
- Aber vor allem auch: Biden hat sein größtes Wahlversprechen, die Nation einigen zu wollen, bisher ignoriert: Lieber redet er dem progressiven "Woke"-Flügel der Partei nach dem Mund, besonders bei heiklen Rassen-Themen.
Bewährte Berater bilden fast schon Schatten-Wahlkampfteam
Munition. Für Trump ist das alles Munition. Ungeduldig wetzt er in den Startlöchern. Er verfolgt eine Mehrfachstrategie:
- Wortgewaltig lässt er keine Gelegenheit aus, Biden als Unheilbringer, gar als "Zerstörer Amerikas" zu brandmarken.
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Gleichzeitig bereitet Trump Kampagne Nr. 2 vor und leistet strategische Vorarbeit -alles weitgehend unter dem Radar: Lang gediente Berater aus seiner Zeit im Weißen Haus bilden praktisch schon ein Schatten-Wahlkampfteam.
Und ab Anfang des Jahres will er mit einem neuen "Social Media"-Kanal mitmischen. - Mit furiosen Auftritten tingelt der Rabauken-Republikaner durchs Land und hält seine "Make America Great Again"-Bewegung bei Laune. Zuletzt gastierte die "Trump Show" im Bundesstaat Iowa, in dem traditionell die Präsidentschafts-Vorwahlen beginnen.
Republikaner hoffen auf Erdrutsch durch wachsenden Biden-Frust
Midterms. Über eine weitere mögliche Kandidatur machte Trump bisher nur Andeutungen, auch wenn es aus ihm oftmals fast rausplatzt. Er will sich zurückhalten. Parteigranden hatten an ihn appelliert: Sie befürchten, dass Trumps Vorpreschen und seine Gabe zur Generierung von Schlagzeilen die Wahlschlacht um den Kongress in 2022 ("Midterms") überschatten könnte. Die "Grand Old Party"(GOP) hofft auf einen politischen Erdrutsch durch den wachsenden Biden-Frust, um den Senat und das Repräsentantenhaus zurückerobern zu können. Biden wäre dann politisch eine "Lahme Ente".
Wahr ist aber auch -und das ist bitter für Trump selbst: Die Republikaner brauchen ihn nicht unbedingt für siegreiche Wahlkämpfe. Bestes Beispiel: der Triumph des Geschäftsmannes Glenn Youngkin bei der Gouverneurswahl in Virginia. Der 54-Jährige war auffallend auf Distanz gegangen zum Ex-Präsidenten.
Anhänger. Gleichzeit aber riskieren Konservative, die sich offen gegen Trump stellen, immer noch den politischen Selbstmord. Wiegelt er seine "Make America Great Again"-Basis gegen jemanden auf, ist der Schaden meist fatal.
44 %der Parteigänger wollen, dass Trump 2024 wieder antritt
Immerhin: Zwei Drittel der Parteigänger stehen hinter dem Ex-Immobilien-Mogul, 44 Prozent wollen, dass er 2024 wieder antritt. Trump selbst sagte gewohnt selbstbewusst: "Ohne die Unterstützung durch meine Basis gewinnt kein Republikaner!"
Dennoch war Youngkins Sieg eine Blaupause, wie Republikaner im kommenden Jahr auch ohne zu großes Trump-Tamtam den Machtwechsel im Kongress schaffen können. Der schwierige Spagat aber: Trump auf Distanz halten, aber ihn nicht verärgern.
Ermittlungen. Nach den Kongress-Wahlen dürfte es kein Halten mehr geben für Trumps neuerliche White-House-Ambitionen, wird gerechnet: Er könnte seine Kandidatur in den Monaten danach verkünden. Das Einzige, was ihn noch abschrecken könnte, flüstern Insider: Wie würde er gegebenenfalls mit einer neuerlichen Niederklage umgehen? Die Schmach wäre unerträglich. Und natürlich: Staatsanwälte in mehreren Bundesstaaten ermitteln. Das Klicken von Handschellen könnte Trumps Pläne durchkreuzen.
Bidens Vize Kamala Harris verlor drastisch an Popularität
Unterdessen schrillen bei den "Dems" die Alarmglocken: Biden wirkt entzaubert und zusehends gebrechlich. Auch der "Plan B", dass Vizepräsidentin Kamala Harris ihn ablösen könnte als Kandidatin, ist praktisch implodiert: Nach einer fast satirischen Serie an Stümpereien sank ihre Popularität unter 30 Prozent.
Kolumnist Piers Morgan warnte die Partei gewohnt pointiert: "Biden hat keine Chance im Jahr 2024 und auch nicht die episch unpopuläre und nutzlose Kamala." Und: "Wenn Joe also nicht bald einen neuen Vizepräsidenten findet, der ihm nachfolgt, können die Demokraten das Weiße Haus abschreiben!" Trump vorne. Umfragen bestätigen das: Würde heute gewählt werden, läge Trump zumindest laut einer Erhebung mit 45 zu 43 Prozent wieder vorne
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