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Obama sammelt Millionen für Joe Biden

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Ex-Präsident über früheren Vize: Er kann das Land "heilen"

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat seinen einstigen Stellvertreter Joe Biden beim Sammeln von Spenden für den Wahlkampf unterstützt. Bei einem gemeinsamen Online-Auftritt trieben beide Politiker am Dienstag elf Millionen Dollar für Bidens Rennen gegen Präsident Donald Trump ein, teilte Bidens Sprecher TJ Ducklo mit. 7,6 Mio. Dollar (6,7 Mio. Euro) stammten von 175.000 kleinen Spendern.
 
Obama und Biden hielten sich für die Spendenaktion zwar nicht an einem gemeinsamen Ort auf, waren aber gleichzeitig in einem zweigeteilten Bild zu sehen. Obama warb energisch für seinen früheren Stellvertreter, den er seinen "lieben Freund" nannte. Niemandem traue er so wie dem ehemaligen Vizepräsidenten zu, "das Land zu heilen und wieder in die Spur zu bringen".
 
Obama bezog sich damit unter anderem auf die landesweiten Proteste gegen exzessive Polizeigewalt und Rassismus. Diese waren durch die Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis ausgelöst und später durch die tödlichen Polizeischüsse auf den Schwarzen Rayshard Brooks in Atlanta weiter angefacht worden.
 
Trump wird von vielen Kritikern vorgeworfen, mit seinen aggressiven Äußerungen über die Proteste und der Androhung von Militärgewalt gegen Ausschreitungen zu einer Verschärfung des gesellschaftlichen Klimas beigetragen zu haben.
 
Obama sagte nun, er sehe die Zukunft des Landes "optimistisch", da es überall "ein großes Erwachen" gebe, vor allem unter jungen Leuten. Diese hätten "die Nase voll" von der "chaotischen, desorganisierten und bösartigen" Art des Regierens, die in den vergangenen Jahren praktiziert worden sei.
 
Biden fügte hinzu, dass auch ausländische Staatenlenker der Trump-Präsidentschaft überdrüssig seien. Sie warteten "verzweifelt" auf einen neuen Präsidenten, der die Führungsrolle der USA in der Welt wiederherstelle.
 
Der 77-Jährige hatte sich in den vergangenen Monaten in den Vorwahlen der oppositionellen Demokraten durchgesetzt. Die Präsidentschaftskandidatur ist ihm damit sicher, auch wenn noch seine formelle Nominierung durch einen Parteitag in diesem Sommer aussteht. Die Wahl findet am 3. November statt.
 
Auf Auftritte bei Wahlkampfkundgebungen hat der frühere Vizepräsident seit der Verhängung der Maßnahmen gegen das Coronavirus im März verzichtet, auch wenn diese in den vergangenen Wochen in vielen Landesteilen wieder gelockert wurden. An die Wähler wandte er sich überwiegend unter Nutzung der Onlinenetzwerke und des Fernsehens von seinem Haus im Ostküstenstaat Delaware aus.
 
Trump setzt sich hingegen über die Corona-Empfehlungen seiner eigenen Regierung hinweg und hat seit einigen Tagen seine Wahlkundgebungen wieder aufgenommen. Am Samstag trat er in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma auf, am Dienstag in Phoenix in Arizona.
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