Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen hat in Marseille der Prozess gegen den mutmaßlichen Chef des berüchtigten Yoda-Clans begonnen. Félix Bingui alias „die Katze“ soll in einen brutalen Drogenkrieg verwickelt gewesen sein.
In Marseille hat am Montag der Prozess gegen Félix Bingui und 19 weitere mutmaßliche Mitglieder des sogenannten Yoda-Clans begonnen. Die Angeklagten sollen in einen erbitterten Machtkampf mit der rivalisierenden DZ Mafia um die Kontrolle des Drogenhandels in der Hafenstadt verwickelt gewesen sein.
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Bis zu 20 Jahre Haft
Den Angeklagten werden Drogenhandel, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu 20 Jahre Haft. "Dieses Netzwerk, das als Yoda-Clan bekannt ist und als äußerst gut strukturiert und organisiert gilt, hat sich insbesondere im Revierkampf mit dem konkurrierenden Netzwerk der DZ Mafia einen Namen gemacht", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bingui, den die Fahnder "zweifelsfrei" für den Clan-Chef halten und der zwischen Frankreich, Marokko und Dubai pendelte, wurde in Marokko festgenommen und 2025 an Frankreich ausgeliefert.
„Die Katze“ auf der Anklagebank
In einem extra für extreme Drogenkriminellen neu geschaffenen Hochsicherheitsgefängnis wartete der Franko-Kameruner (36) auf seinen Prozess. Vor Gericht erschien er mit kahl rasiertem Kopf und schwarzem Sweatshirt und verfolgte den Prozessauftakt mit konzentrierter Miene, wie die Zeitung "Charente Libre" aus dem Gerichtssaal berichtete.
"Die Katze", so der Spitzname des Hauptangeklagten, hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.
Brutaler Drogenkrieg
Bereits seit vielen Jahren liefern sich Drogenbanden in der Hafenstadt einen erbarmungslosen Kampf, wobei es regelmäßig zu skrupellosen Abrechnungen kommt. Allein 2023 starben dabei 49 Menschen, 118 weitere wurden verletzt, darunter auch 18 Minderjährige.