New York Sandy

Solidaritätswelle

Sandy: Zahl der Opfer steigt immer weiter

Bis zu sechs Millionen Menschen sind nach wie vor ohne Strom.

Nach den verheerenden Folgen des Wirbelsturms "Sandy" an der US-Ostküste ist die weltweite Hilfsbereitschaft enorm. In Amerika spendeten zahlreiche Bürger, Unternehmen und Prominente. Länder wie Iran und Kuba zeigten trotz ihrer politischen Feindschaft ihr Mitgefühl oder boten Unterstützung an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekundete in einem Kondolenzschreiben an US-Präsident Barack Obama ihr Beileid. Auch am Tag drei nach dem Unwetter waren noch immer Millionen Amerikaner ohne Strom. Die Zahl der Todesopfer stieg allein in den USA nach jüngsten Angaben des Senders CNN auf 56, anderen Angaben zufolge liegt sie bereits bei 76.

Die New Yorker U-Bahn hat ihren Betrieb teilweise wieder aufgenommen. Weil am Donnerstag immer noch viele U-Bahn-Schächte unter Wasser standen, war zunächst nur ein eingeschränkter Betrieb möglich. So verkehrten weiter keine Bahnen zwischen den Bezirken Brooklyn und Manhattan. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo teilte mit, dass die Nutzung der U-Bahn am Donnerstag und Freitag kostenlos sei.

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Allein beim Roten Kreuz kamen in den USA bis Mittwoch mehr als elf Millionen Dollar (etwa 8,5 Millionen Euro) an. Medienmogul Rupert Murdoch spendete ebenso wie die Autobauer Toyota und Ford. Der bislang größte bekannte Einzelspender wollte aber zunächst anonym bleiben: Der Unbekannte habe der Stadt New York 2,5 Millionen Dollar zugesichert, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg.

Milliarden-Schäden
Unterdessen trieb der Sturm gewaltige Schneemassen über das Gebiet der großen Seen und näherte sich Kanada. Experten zufolge dürfte "Sandy" einer der teuersten Stürme in der US-Geschichte sein. Allein die versicherten Verluste dürften sich demnach auf bis zu 15 Milliarden Dollar belaufen.

In der Metropole kamen nach Angaben von CNN 28 Menschen ums Leben. "Leider müssen wir davon ausgehen, dass diese Zahl noch steigt", erklärte Bloomberg. Gemeinsam mit den Opfern aus der Karibik forderte "Sandy" mehr als 120 Menschenleben.

"Das war ein verheerender Sturm, vielleicht der schlimmste, den wir jemals erlebt haben", sagte Bloomberg. Manche Gegenden sähen aus wie London oder Dresden nach den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg. Besonders schwer traf es Breezy Point, ein nettes Viertel direkt am Atlantik gelegen. Zuerst kamen die Fluten, dann das Feuer, wahrscheinlich ausgelöst durch Kurzschlüsse. Mehr als 80 hölzerne Häuser brannten bis auf die Grundmauern nieder.

Obama verspricht Hilfe
Präsident Obama besuchte am Mittwoch den schwer heimgesuchten Bundesstaat New Jersey und versprach den Betroffenen rasche Hilfe. Priorität habe die Wiederherstellung der Stromversorgung.

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US-Präsident trifft Gouverneur Chris Christie



Auch in New York harrten die Menschen in vielen Stadtvierteln noch immer ohne Elektrizität oder fließendes Wasser aus. Wegen Versorgungsproblemen musste am Mittwoch ein zweites Krankenhaus in der Stadt evakuiert werden. "Ich habe New York noch niemals zuvor so gesehen", sagte Gouverneur Andrew Cuomo. Er kündigte zugleich an, dass alle wieder in Betrieb genommenen öffentlichen Verkehrsmittel bis Freitag kostenlos genutzt werden könnten.

Marathon soll stattfinden
Am Wochenende soll in der Stadt wie geplant der New York Marathon stattfinden. Für seine Entscheidung wurde Bloomberg aber auch kritisiert: "Ich verstehe, dass der Marathon der lokalen Wirtschaft Einnahmen bringt, aber seien wir ehrlich, er bindet erhebliche Kräfte. In keinem der Bezirke läuft es auch nur annähernd normal", sagte die Senatorin des Bundesstaates New York, Liz Krueger, der "New York Times".

Unterdessen normalisierte sich die Lage am Frankfurter Flughafen nach mehreren Flugausfällen wieder. Nur drei Flüge nach New York müssten am Donnerstag annulliert werden, teilte der Flughafenbetreiber Fraport am mit.

Die Metropole New York dürften die Folgen des Sturms bis 200 Millionen Dollar täglich kosten. Die wirtschaftliche Aktivität sei durch "Sandy" auf rund 20 Prozent des Üblichen zurückgegangen, sagte der Finanzchef der Stadt, John Liu. Es gebe Auswirkungen auf allen Ebenen - vom Pizza-Verkauf bis zu Firmenübernahmen. Er rechne nicht damit, dass sich die Wirtschaft so schnell wieder erholen werde, ergänzte Liu.



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