Neonazi-Festnahme

Svenja Liebich wehrt sich gegen Auslieferung aus Tschechien

Nach der Festnahme in Tschechien wehrt sich die deutsche Neonazi-Transfrau Marla Svenja Liebich gegen eine Überstellung nach Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Halle bestätigte nun die Ablehnung. 

Nach monatelanger Flucht wurde Marla Svenja Liebich im westböhmischen Dorf Krasna gefasst. Die Festnahme erfolgte während eines Besuchs bei der Freundin. Eigentlich hätte die 55-jährige Person die Haftstrafe wegen wiederholter Volksverhetzung bereits am 29. August des vergangenen Jahres antreten müssen. Da Liebich jedoch untertauchte, wurde nun der Zugriff in Tschechien durchgeführt.

Härtestes Gefängnis des Landes

Derzeit sitzt Liebich im Männergefängnis Bory in Pilsen ein. Diese Anstalt gilt als die härteste in Tschechien und beherbergt rund 1.200 Häftlinge, darunter Mörder und Vergewaltiger. Hinter sieben Meter hohen Mauern wird nun die Auslieferungshaft vollzogen. „Der in Tschechien festgenommene verurteilte deutsche Rechtsextremist Liebich lehnt seine Auslieferung nach Deutschland ab“, erklärte Oberstaatsanwalt Dennis Cernota von der Staatsanwaltschaft Halle.

Gericht entscheidet über Überstellung

Da Liebich die freiwillige Rückkehr verweigert, muss nun ein tschechisches Gericht über die Auslieferung entscheiden. Wie lange dieses Verfahren in Anspruch nehmen wird, ist aktuell noch unklar. Die deutschen Behörden wurden von der tschechischen Seite über die Weigerung informiert. In Deutschland wartet auf Liebich eine besondere Situation bei der Unterbringung.

Unterbringung im deutschen Frauengefängnis

Bis zur Änderung des Geschlechtseintrags Anfang 2025 trug Liebich den Vornamen Sven. Im Falle einer Überstellung nach Deutschland ist die Unterbringung im Frauengefängnis in Chemnitz vorgesehen. Auch eine behauptete Änderung des Geschlechts auf non-binär würde an dieser Einstufung nichts ändern. Laut Medienberichten könnte Liebich, zum Schutz der anderen Insassinnen, in Einzelhaft untergebracht werden.

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