Im ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja ist es am Sonntag zu einem Stromausfall gekommen.
Die Stromleitung "Ferospalna 1" sei abgeschaltet worden, teilte der staatliche Energieerzeuger Energoatom auf seiner Facebook-Seite mit. Eineinhalb Stunden lang wurde das Kraftwerk von 19 Notstromdieselgeneratoren versorgt. Energoatom betonte, dass dies bereits der 15. Stromausfall im AKW Saporischschja seit dessen Besetzung durch russische Truppen war.
Jeder Vorfall erhöhe die Risiken für die nukleare Sicherheit und den Strahlenschutz nicht nur für die Ukraine, sondern auch für Europa erheblich. "Die Situation bestätigt einmal mehr die dringende Notwendigkeit, das Kraftwerk wieder unter die volle Kontrolle der Ukraine und seines rechtmäßigen Betreibers Energoatom zu bringen, was die einzige Garantie für den sicheren Betrieb der größten Kernkraftanlage Europas ist", betonte das Unternehmen.
Mit sechs Reaktoren ist Saporischschja das größte Kernkraftwerk Europas. Es ist seit den ersten Kriegswochen im Jahr 2022 von russischen Truppen besetzt. Der letzte Reaktor stellte seine Stromproduktion im September 2022 ein. Das Kernkraftwerk befindet sich in Enerhodar am Ufer des Flusses Dnipro und des im Krieg zerstörten Staudamms Kachowka, 550 km südöstlich der Hauptstadt Kiew.