Madonna startet MDNA-Tour provokant

Pop-Spektakel

Madonna startet MDNA-Tour provokant

84 Konzerte, 2,5 Millionen Konzert-Besucher, 300 Millionen Euro Umsatz - von den Eckdaten her gilt die am Donnerstag in Tel Aviv mit Problemen gestartete MDNA-Tour von Madonna (53) als die erfolgreichste des Jahres. Trotzdem kämpft die Millionen-Sellerin erstmals in ihrer mittlerweile 30-jährigen Karriere gegen die Belanglosigkeit. Nach der Flop-CD MDNA (war nur fünf Wochen in den Charts) kommt nun auch die aktuelle Show nicht über das Mittelmaß hinaus (siehe Kritik) Kein gutes Vorzeichen für ihr Wien-Konzert am 29. Juli. Da gibt es, anders als bei Bruce Springsteen, noch immer tausende Karten. Auch in Tel Aviv blieben 5000 Plätze frei. Und für den nächsten Tourstopp Dubai (3.6.) werden die Tickets beriets zum Halbpreis verschleudert. Ein Drama!

Diashow Madonna: MDNA-Tourstart in Tel Aviv

Madonna in Tel Aviv

Madonna in Tel Aviv

Madonna in Tel Aviv

Madonna in Tel Aviv

Madonna in Tel Aviv

Madonna-Tourstart in Tel Aviv

Madonna in Tel Aviv

Madonna in Tel Aviv

Madonna in Tel Aviv

Madonna-Tourstart in Tel Aviv

Madonna-Tourstart in Tel Aviv

Madonna in Tel Aviv

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Dazu gab's beim Tourstart auch noch Probleme - wegen technischer Probleme musste in Tel Aviv das Intro gestoppt werden und Madonna konnte erst mit 50 Minuten Verspätung loslegen. Ein schlechter Start, dabei kämpft sie doch so verbittert um Schadensbeschränkung: Eine Wochen lang probte sie in Tel Aviv. Nicht hermetisch abgeriegelt, sondern fast schon öffentlich. Den Medien wurden tagtägliche Einblicke hinter die sonst so geheimen Kulissen im Ramat Gan Stadion gewährt:  Die Pop-Queen beim Proben, die Kinder beim Spielen am Strand, Madonna als Friedensrichterin zwischen Israel und Palästina. Ein medialer Dauer-Overkill. Zum Tourstart karrte sie gleich 400 Journalisten aus aller Welt nach Israel. Dazu "darf" US-Talk-Master Conan O Brian mit drei Kamera-Teams und 20 Mitarbeitern vom Debut-Konzert berichten.

Die Show, ein Eingeständnis an ihren 120-Millionen-Euro-Vertrag mit dem Tour-Vermarkter Live Nation, hat diese Promotion auch dringend nötig: In Tel Aviv lieferte Madonna eine minutös durchgeplante Theater-Tanz-Provokation mit viel Bombast, aber ohne Herz. Die musikalische Auswahl - gleich neun neue Songs, nur wenige Hits - ließ zu wünschen übrig. Und stimmlich klang Madonna schal wie nie.
Dafür passt das Brimborium: Für 80 Millionen Euro ließ sich Madonna dafür eine atemberaubende Multi-Media-Bühne mit Rundum LED-Leinwand und eigener Diamant-förmiger Laufsteg-Konstruktion zimmern.  Dazu eine Backstage-Stadt samt Schlafzimmer, Küche und Marmor-Badewanne. Die will sie am 29. Juli auch im Wiener Stadion aufbauen.

Video: Der MDNA-Tourstart in Tel Aviv

Zwei Stunden lang nur Provokation

La Isla Bonita, True Blue, Frozen - Welthits die man bei der aktuellen, überladen Madonna Tour sträflich vermisst. Dafür gibt's in der knapp zweistündigen bombastischen Tanz-Theater-und Provokations-Revue gleich neun (!) Songs der Flop-CD MDNA (war nur fünf Wochen in den Charts). Madonna (53) rockt mit ihrer neuen Show an den Fans vorbei. ÖSTERREICH war bei der Tour-Premiere in Tel Aviv.

Um 21.33 Uhr startete die vermeintliche Queen Of Pop mit Girl Gone Wild vor 50.000 Fans im Ramat Gan Stadium ihre MDNA-Tour. Ein 80 Millionen-Euro teures Kostüm-Kino voll Sex, Blut und Provokation - unterteilt in vier Akte. Die 53-jährige posierte dabei jugendlich-lächerlich als Cheerleader (Express Yourself), hantierte mit Pistolen (Gang Bang) und zeigte im Horizontal-Nahkampf mit Jung-Lover Brahim Zaibat viel Sex und noch mehr Haut.

Nur leider gab's dazu auch Musik - und da bewieß die ehemalige Chart-Queen kein all zu glückliches Händchen. Die in der Kirche inszenierte Eröffnungs-Sequenz Sünde startete mit Non-Hits wie Revolver oder Gang Bang, erst nach 20 Minuten kam bei Papa Don't Preach wirklich Stimmung auf. Doch ständige Kostümwechsel, extrem auf Provokation inszenierte Zwischenfilme und zu viele Songs der Flop-CD MDNA bremsten die Euphorie. Das Gros der Madonna-Show kam vom Playback-Band. Wenn sie, so wie bei einer spannenden Akustik-Version von Like A Virgin, dann doch live die Stimme erhob klang das mehr als dünn.

Was stimmlich nicht passte wurde mit Provokation einfach überspielt. So posierte Madonna als Hitler im Zwischenfilm Nobody Knows Me, zeigte bei Gang Bang eine Vergewaltigungs-Szene und beschimpfte zu She's Not Me sogar Lady Gaga. Ein Aufreger!

Thomas Zeidler
 

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