Gewalt und Drohungen

232 Anzeigen nach Vorfällen an Schulen

Drei Jungen schikanieren einen Mitschüler im Schulflur, im Hintergrund schauen Mädchen zu.
© Getty Images
Im abgelaufenen Schuljahr wurden in Wiener Schulen insgesamt 831 Suspendierungen ausgesprochen. Das teilte die Bildungsdirektion am Dienstag mit.
OE24 auf Google bevorzugen

Betroffen waren davon 718 Kinder bzw. Jugendliche bzw. 0,28 Prozent aller Schülerinnen und Schüler. Die Quote liege damit nahezu auf dem Niveau des vergangenen Schuljahres, hieß es. Knapp 13 Prozent waren wiederholt mit der Maßnahme konfrontiert.

Am häufigsten wurden körperliche Übergriffe, gefährliche Drohungen sowie verbale Übergriffe von den Schulleitungen als Gründe für Suspendierungen angegeben. In 232 Fällen wurde zusätzlich Anzeige erstattet. Gemessen an der jeweiligen Anzahl der Kinder war der Anteil an Suspendierungen an Sonderschulen mit 2 Prozent sowie Mittelschulen mit 1,3 Prozent am höchsten. 83 Prozent der Betroffenen waren männlich.

Unterstützung und Online-Unterricht

Bildungsdirektorin Elisabeth Fuchs hob hervor, dass weiterhin nur ein kleiner Teil aller Schülerinnen und Schüler entsprechend aufgefallen ist. "Ist eine Suspendierung notwendig, stellen wir den Betroffenen Unterstützungsangebote zur Verfügung, um eine erfolgreiche Rückkehr in den Schulalltag zu ermöglichen", betonte sie.

Ergänzend etwa zur Begleitung mit Beratungslehrpersonen wird auch ein Onlineunterricht angeboten. Damit solle im Anlassfall während einer Suspendierung der Anschluss an den Unterricht sichergestellt werden. "Bisherige Erfahrungen zeigen, dass die Angebote gut angenommen werden und einen wesentlichen Beitrag zur Prävention und Wiedereingliederung leisten", berichtete Fuchs.

Kritik der ÖVP

Der Klubobmann der Wiener Volkspartei, Harald Zierfuß, warnte davor, die Situation "schönzureden". Die Zahl sei durchaus höher als im Vorjahr, als 784 Suspendierungen registriert wurden, betonte er. Zierfuß forderte ein Maßnahmenpaket. Dieses solle soziale Kompetenztrainings bereits in Kindergärten und Volksschulen oder auch mehr Schulsozialarbeit umfassen, wo der Handlungsbedarf laut ÖVP besonders hoch ist.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden