MA11 gefordert

Nach Messer-Attacke: Was jetzt mit dem Zwölfjährigen passiert

Zwei Hände in Handschellen auf einem Holztisch.
© Getty Images/iStockphoto
Vier Tage nach dem blutigen Vorfall in Favoriten ist bei der MA11 der Polizeibericht eingelangt. Diese ist nun gefordert, die Gefährdung abzuklären.
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Nach der blutigen Messerattacke am vergangenen Freitag, bei der drei Jugendliche am Wielandplatz in Favoriten zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden, prüft die Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA11) nun weitere Maßnahmen für den erst zwölfjährigen syrischen Tatverdächtigen - eine Gefährdungsabklärung wurde eingeleitet. Dabei wird untersucht, welche Unterstützung und Schutzmaßnahmen für den Buben und sein soziales Umfeld notwendig sind. Je nach Ergebnis könnten sowohl ambulante als auch stationäre Maßnahmen in Betracht kommen.

Die Diskussion über ausufernde Jugendgewalt hat durch den erschütternden Fall erneut an Fahrt aufgenommen. Sozial- und Kulturanthropologe Thomas Schmidinger sieht die Ursachen jedoch nicht allein in Herkunft oder kulturellen Vorstellungen. Vielmehr würden soziale Ausgrenzung und problematische Männlichkeitsbilder innerhalb bestimmter Jugendgruppen eine zentrale Rolle spielen.

Gleichzeitig warnt der Experte vor Forderungen nach härteren Strafen für strafunmündige Kinder: "Die Zwölfjährigen jetzt wegzusperren würde nichts bringen, denn im Allgemeinen sind Justizvollzugsanstalten nicht unbedingt dazu geeignet, Jugendliche zu besseren Menschen zu machen, sondern die lernen manchmal erst dort wirklich schwere Kriminalität kennen", so Schmidinger gegenüber dem ORF.

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