In Überzahl

3:1 - Argentinien zittert sich gegen Schweiz ins Halbfinale

Argentinische Fußballspieler jubeln gemeinsam nach einem Tor beim WM-Viertelfinale 2026.
© APA/AFP/THOMAS COEX
Trotz Überzahl und langer Führung gegen die Schweiz konnte sich Argentinien mit einem glanzlosen 3:1-Sieg nach Verlängerung gerade noch ins WM-Halbfinale kämpfen.
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Titelverteidiger Argentinien hat sich bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko zum letzten Halbfinal-Ticket gezittert. Die Südamerikaner setzten sich gegen die Schweiz im Viertelfinale in Kansas City trotz früher Führung und längerer Überzahl erst mit 3:1 nach Verlängerung durch. In dieser erlöste Julian Alvarez (112.) die Argentinier mit einem Traumtor. Damit trifft der amtierende Weltmeister um Superstar Lionel Messi im Halbfinale am Mittwoch in Atlanta auf England.

Alexis Mac Allister hatte den Favoriten mit einem Kopfball nach einem Messi-Corner in Front gebracht (10.). Gegen die offensiv über weite Strecken harmlose Albiceleste glich Dan Ndoye (67.) aus. Kurz darauf wurde Schweiz-Torjäger Breel Embolo nach VAR-Intervention wegen einer Schwalbe mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt (72.).

Argentinien drückte mit einem Mann mehr auf die Entscheidung, diese gelang Alvarez erst in der Verlängerung mit einem unhaltbaren Schuss ins lange Kreuzeck. Kurz vor dem Schlusspfiff traf "Joker" Lautaro Martinez (121.) nach einem Konter zum Endstand. Die Eidgenossen verpassten damit den erstmaligen Einzug in ein WM-Semifinale, 1954 war das Vorhaben bei der Heim-WM durch ein 5:7 gegen Österreich gescheitert.

Argentinien begnügte sich mit Führung

Argentiniens Teamchef Lionel Scaloni entschied sich für die gleiche Startelf wie beim Comeback-Sieg gegen Ägypten (3:2). Die Schweizer mussten erneut auf Shootingstar und Topscorer Johan Manzambi (Knieprobleme) verzichten. Trotzdem startete die Truppe von Murat Yakin mutig in die Begegnung und kontrollierte das Geschehen mit längeren Ballbesitzphasen. Zuerst jubelten aber die Argentinier unter den 69.045 Zuschauern im Stadion der Kansas City Chiefs: Messi zirkelte einen Eckball an die erste Stange, wo Liverpool-Profi Mac Allister den Ball genau ins lange Eck köpfelte.

Argentinien gegen Schweiz


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Spielerisch war von der Albiceleste wenig zu sehen, der Weltmeister verwaltete die Führung ohne großen Energieaufwand. Die Schweizer durften das Spiel kontrollieren, wurden gegen kompakt stehende Argentinier aber kaum gefährlich. Erst nach etwas mehr als einer Stunde nahm die Begegnung an Fahrt auf. In einer Drangperiode der Eidgenossen musste sich Argentiniens Schlussmann Emiliano Martinez bei einem Ndoye-Kopfball (65.) sowie einem Weitschuss von Granit Xhaka (66.) strecken. Eine Minute später kombinierte sich Ndoye im Zusammenspiel mit Ricardo Rodriguez in den Strafraum und traf aus spitzem Winkel durch die Beine von Martinez.

Embolo mit unnötiger Schwalbe

Das Momentum lag aber nur kurz bei der Yakin-Elf. Denn Embolo hob im Zweikampf mit Leandro Paredes tief in der eigenen Hälfte unnötig ab. Da der Argentinier von Schiedsrichter Joao Pinheiro verwarnt wurde, schaltete sich der VAR ein. Nach Video-Studium musste Embolo mit der ersten Gelb-Roten Karte des Turniers vom Rasen, der 29-Jährige verschwand unter Tränen in der Kabine. In der 85. Minute hatte Messi den Sieg auf dem Fuß, der Ausnahmekönner scheiterte mit einem Lupfer aus fünf Metern an Gregor Kobel. Wenig später schoss der 39-Jährige knapp daneben (92.). In der 99. Minute rettete Kobel die Schweizer bei einem Seitfallzieher von Lisandro Martinez in die Verlängerung.

In dieser drückte Argentinien mit einem halbstündigen Powerplay rund um den Schweizer Strafraum auf das Siegtor. Immer wieder war Kobel zur Stelle, wie auch bei einem Messi-Schuss (112.). Wenige Sekunden darauf zog Alvarez aus der Distanz ab, der Atletico-Stürmer bescherte Argentinien damit erneut einen späten Sieg in der K.o.-Phase. Martinez durfte sich ebenfalls noch in die Torschützenliste eintragen.

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