Ryanair-Schockflug
61-Jähriger aus Flugzeug-Fenster gesogen – ist das die Ursache?
Es passierte Freitagfrüh auf dem Flug FR1879 von Thessaloniki nach Memmingen: In einer Höhe von 6.000 Metern gab es einen lauten Knall, als eine Fensterscheibe zersprang. Ein 61-jähriger Passagier aus Serbien wurde sofort teilweise aus der Öffnung gesaugt. Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. Die Passagierin Christina schilderte: "Sein Kopf, sein Hals und seine Schultern waren schon draußen." Seine Ehefrau reagierte blitzschnell, klammerte sich an seine Beine und hielt ihn fünf Minuten lang fest, bis andere Helfer eingriffen und ihn retteten. Nur weil der Mann angeschnallt war und er von anderen festgehalten wurde, konnte verhindert werden, dass er vollständig aus dem Fenster gerissen wurde.
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Der Pilot reagierte sofort, stabilisierte die Maschine und brachte alle sicher zurück nach Thessaloniki. Der Passagier kam dort in ein Krankenhaus. Die Fluggesellschaft bestätigte den Vorfall um das Flugzeugfenster nach diesem Ryanair-Schockflug, die Ursache ist jedoch noch unklar. Das Unternehmen hat Untersuchungen dazu laufen. Die Maschine musste zudem schon am Vortag außerplanmäßig umkehren.
Rätsel um Ryanair-Schockflug
Neue Vermutungen konzentrieren sich auf das rechte Triebwerk. Auf Videos sind eine fehlende Turbinenschaufel, herausgebrochene Teile und Löcher im Gehäuse zu sehen. Pilot Mirko Miesen sagt im "RTL"-Interview, dass es sein könne, dass beispielsweise durch Vogelschlag, oder auch durch Drohnen, etwas in das Triebwerk hineinfliegt, was diese Schaufeln kaputt macht. "Und wenn die dann anfangen, durch die Gegend zu fliegen, das Gehäuse zu zerstören, dann kann es eben auch passieren, dass Teile das Flugzeug treffen", sagt der Pilot gegenüber "RTL".
Weiter erklärte er, dass man in diesem Fall ja auch sehe, dass die Scheibe in unmittelbarer Nähe zum Triebwerk ist. Sein Fazit: "Also die Wahrscheinlichkeit, dass das die Ursache für die kaputte Scheibe ist, ist wirklich sehr hoch."
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Druckabfall in großer Höhe
Der emeritierte Professor für Luftfahrtelektronik, Harald Hanke, erklärte der Deutschen Presse-Agentur das Phänomen. "Eigentlich kommt so etwas sehr selten vor", sagte der ehemalige Pilot. In großer Höhe liegt der Kabinendruck deutlich über dem der Umgebungsluft. "Wenn in der Kabine nun plötzlich ein großes Loch entsteht, gleicht sich der Druck schlagartig aus", so Hanke. In der Folge werden Gegenstände oder Personen durch das Loch angesaugt: "Je größer die Öffnung ist, desto schneller geschieht das." Mit dem Vorfall war laut Zeugen auch das Herabfallen von Sauerstoffmasken verbunden. Die griechischen Behörden und "ERT" berichteten, dass offizielle Ermittlungen aufgenommen wurden.
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