Eigene Verpflegung
Italien-Urlaub: Neues Verbot sorgt für Aufregung
Für viele Familien ist der Sommerurlaub am Meer heuer ohnehin schon ein teures Vergnügen. In Apulien – von der Nordküste am Gargano bis zur Südspitze im Salento – wollen immer mehr private Strandbäder ihren Gästen nun auch noch das Mitbringen von Speisen und Getränken verbieten oder zumindest deutlich erschweren. Die 35-jährige Rosaria, die mit ihren zwei Kindern im Küstenort Vieste urlaubt, packt Brötchen, Focaccia und Wasser deshalb mittlerweile heimlich in den Rucksack und versteckt alles unter Handtüchern und Sonnencreme. "Mit zwei Kindern kann ich es mir nicht leisten, jeden Tag Brötchen an der Bar zu kaufen", schilderte die Mutter gegenüber der Zeitung "Corriere della Sera". Ein einzelnes Brötchen koste fünf Euro, was bei vier Personen schnell ins Geld gehe – zusätzliche Getränke oder ein Eis sind da noch gar nicht eingerechnet.
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Die Strandbadbetreiber argumentieren hingegen, dass mitgebrachtes Essen einen "wirtschaftlichen und imagebezogenen Schaden" verursache, da die Urlauber die hauseigenen Restaurants und Bars meiden. Laut Berichten von "Südtirol News" klagen die Betreiber, dass aus einem einfachen Brötchen oft ein komplettes Mittagessen mit Pasta, Dessert und großer Kühltasche werde. Auf der anderen Seite zeigt eine Analyse des Verbraucherschutzvereins Adoc, dass sich die Preise für Liegen und Sonnenschirme im Salento in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um 25 Prozent, mancherorts sogar um stolze 50 Prozent, verteuert haben.
Strenge Regeln für Strandbäder existieren
Apuliens Regionalpräsident Antonio Decaro schlug sich in einem Video in den sozialen Netzwerken klar auf die Seite der Badegäste. "Schon die Kosten für Sonnenschirme und Liegestühle sind exorbitant", betonte der Politiker. Er fragte provokant, ob man von zahlenden Gästen wirklich verlangen könne, ausschließlich in der teuren Bar des Strandbads zu konsumieren. Sein klares Fazit: "Das Meer ist ein Allgemeingut und darf nicht zum Luxus werden." Decaro verweist dabei auf die apulische Strandverordnung, die seit 2019 in Kraft ist. Diese besagt eindeutig, dass eigenes Essen und Getränke an allen Stränden – auch in konzessionierten Strandbädern – erlaubt sind. Die einzige Bedingung ist der Verzicht auf Einwegplastik; es darf nur biologisch abbaubares Besteck und Geschirr genutzt werden.
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Taschenkontrollen sind gesetzlich absolut verboten
Auch die nationale Verbraucherorganisation "Unione Nazionale Consumatori" unterstützt die Urlauber. Deren Präsident Massimiliano Dona macht deutlich, dass sich die staatliche Konzession lediglich auf Stranddienstleistungen wie Liegen und Sonnenschirme bezieht, nicht aber auf die Gastronomie. Die Betreiber dürfen demnach keine Taschen kontrollieren oder Besucher zum Kauf zwingen. Völlig grenzenlos ist die Freiheit am Strand aber nicht: Wer aus dem Mittagssnack ein großes Gelage mit Tischen, Stühlen und einem Grill macht, muss mit einem Eingreifen des Personals rechnen. Zudem gilt für alle Gäste die selbstverständliche Pflicht, den eigenen Müll am Ende wieder mitzunehmen.
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