Nachzahlung

Italien-Urlauber erhalten Maut-Briefe Jahre später

Luftaufnahme einer Mautstelle mit mehreren Fahrspuren und wartenden Autos in parallelen Reihen.
© Getty Images
Die Urlaubssaison ist im vollen Gange. Dabei reisen viele Österreicher mit dem Auto nach Italien. Vor allem sollte man bei unseren südlichen Nachbarn bei der Maut aufpassen.
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Italienische Behörden lassen sich gerne Zeit. Viele Urlauber erhalten oft erst Jahre später Maut-Nachforderungen. Wie "5 Minuten" berichtet, muss eine Österreicherin 1,36 Euro Maut nachzahlen. Zusätzlich kommen noch 4,78 Euro "für die bisher angefallenen Einziehungs- und Veranlagungskosten", so das Schreiben des Inkasso-Unternehmens "Nivi S.p.A.".

Laut ÖAMTC wird dieses Unternehmen von der italienischen Autobahn-Betreibergesellschaft beauftragt und gilt grundsätzlich als seriös. Der Stress des Nachzahlens kann sehr einfach vermieden werden.

Frage wird "sehr oft" gestellt

Der ÖAMTC erhält laut eigenen Angaben "sehr oft" Fragen zu solchen Mautaufforderungen. Dabei sind diese Maut-Vergehen häufig mehrere Jahre alt. In Italien liegt die Verjährungsfrist nämlich bei zehn Jahren. Die zuständigen Behörden würden sich "oft Zeit lassen, den Fahrzeug-Halter zu eruieren", so "5 Minuten". Um Stau auf der Autobahn zu vermeiden, werden nämlich Schranken auch dann geöffnet, wenn kein Maut-Betrag bezahlt wurde oder die falsche Spur benutzt wurde.

Dafür ist vor allem das sogenannte "Free Flow"-Mautsystem verantwortlich. Das System wird unter anderem in Norditalien verwendet. Dabei kann man an Mautstationen gar nicht mehr bezahlen. Man muss sich entweder im Vorhinein registrieren oder die fehlende Gebühr innerhalb von 15 Tagen nachzahlen. Wer die Maut nicht bezahlt, der erhält einen solchen Brief, und das zum Teil Jahre später.

Quittung aufbehalten

ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner rät, den Betrag nur zu zahlen, "wenn der Vorwurf plausibel ist". Die Forderung geht in Ordnung, wenn das Datum und die Örtlichkeit stimmen. Zusätzlich darf das Vergehen nicht verjährt sein.

Bevor man mit dem Auto in den Urlaub fährt, soll man sich vorher über die Gegebenheiten informieren. Pronebner erklärt: "Wichtig ist auch, dass man im Fall der streckenabhängigen Maut prüft, ob man wirklich bezahlt hat." Am besten sollte man die Quittung danach per Knopfdruck anfordern und aufbehalten.

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