Laut VKI

Airfryer im Test: Teuer ist nicht automatisch besser

Zwei gewürzte Fleischstücke liegen in einer Heißluftfritteuse auf grauem Untergrund.
© Getty Images/imageBROKER RF
Der VKI hat 51 Airfryer getestet und das Ergebnis zeigt: Für ein gutes Gerät müssen Sie nicht unbedingt viel Geld ausgeben. Doch bei großen Portionen, Energieverbrauch und Reinigung gibt es deutliche Unterschiede.
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Kaum ein Küchengerät hat in den vergangenen Jahren einen solchen Siegeszug hingelegt wie die Heißluftfritteuse. Der von Philips geprägte Begriff "Airfryer" ist inzwischen längst zum Synonym für die Geräte geworden. Statt Lebensmittel in heißem Öl zu frittieren, werden Pommes, Gemüse, Fleisch und Co. mit heißer Luft knusprig gegart. Doch lohnt sich ein teures Modell tatsächlich mehr? Der VKI hat gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen 51 Airfryer unter die Lupe genommen.

39 Geräte schneiden "gut" ab

Das Ergebnis fällt insgesamt erfreulich aus: 39 der 51 getesteten Geräte erhielten die Bewertung "gut", zwölf weitere wurden als "durchschnittlich" eingestuft. Durchgefallen ist kein einziges Modell. Im Test waren neben klassischen Geräten mit einem Korb auch Dual-Airfryer mit zwei Kammern sowie Multifunktionsgeräte, die zusätzlich beispielsweise als Dampfgarer oder Multikocher eingesetzt werden können. Preislich lagen die Geräte weit auseinander. Im Durchschnitt kostete ein Airfryer rund 151 Euro, die Hälfte der getesteten Modelle war bereits für weniger als 130 Euro erhältlich. Das teuerste Gerät im Test kostete 329 Euro und ausgerechnet dieses verbrauchte am meisten Energie. Das zeigt: Ein hoher Preis ist bei Airfryern nicht automatisch ein Garant für bessere Qualität.

Große Portionen bringen viele Geräte an ihre Grenzen

Eine moderne Heißluftfritteuse steht auf einer Küchenarbeitsplatte neben einer Schale mit Äpfeln.
Moderne Heißluftfritteuse steht auf einer Küchenarbeitsplatte © Getty Images

Besonders interessant wurde der Test bei der Zubereitung größerer Mengen. Bei einzelnen Portionen konnten die meisten Geräte überzeugen. Sowohl Hendlkeulen als auch Schokoladekuchen gelangen in vielen Airfryern problemlos. Anders sah es bei einer vollen Ladung Pommes aus. Hier hatten zahlreiche Modelle Schwierigkeiten damit, die Kartoffelstreifen gleichmäßig knusprig zu bekommen.

Nur ein Gerät schaffte die maximale Pommes-Portion mit "sehr gut", acht weitere erhielten dafür ein "gut". Wer regelmäßig für mehrere Personen kocht, sollte deshalb nicht nur auf die Optik oder den Preis achten, sondern vor allem auf das Fassungsvermögen. Der VKI empfiehlt bei größeren Mengen, lieber in zwei Durchgängen zu arbeiten oder gleich ein Gerät mit ausreichend großem Korb zu wählen.

Nicht jeder Airfryer ist automatisch energiesparender

Ein großer Vorteil der Heißluftfritteuse soll der vergleichsweise geringe Energieverbrauch sein. Doch auch hier kommt es darauf an, was und wie viel Sie zubereiten. Bei kleinen Portionen können kompakte Airfryer gegenüber einem großen Backofen durchaus Energie sparen. Muss allerdings eine große Menge zubereitet werden und sind dafür mehrere Durchgänge notwendig, kann sich das Verhältnis umkehren. Auch die Größe spielt eine Rolle: Kleinere Geräte schnitten beim Energieverbrauch im Test tendenziell besser ab.

Achtung vor zu dunklen Pommes

Auch beim Thema Ernährung gibt es einen Punkt, den Airfryer-Fans beachten sollten. Beim starken Erhitzen stärkehaltiger Lebensmittel wie Erdäpfeln kann Acrylamid entstehen. Deshalb sollten Kartoffeln laut VKI möglichst nicht über 180 Grad erhitzt und nur so lange wie nötig gegart werden. Stark dunkelbraune Stellen sollten vermieden werden. Wer seine Pommes selbst aus Erdäpfeln zubereitet, kann die Bildung von Acrylamid außerdem reduzieren, indem die geschnittenen Kartoffeln vor dem Garen gewässert und anschließend gründlich abgetrocknet werden.

Reinigung ist nicht bei allen Geräten einfach

Ein weiterer Unterschied zwischen den Modellen zeigte sich nach dem Kochen. Nur 14 Geräte erhielten bei der Reinigung ein gutes oder sehr gutes Urteil. Das bedeutet: Vor dem Kauf lohnt sich nicht nur ein Blick auf Fassungsvermögen, Leistung und Preis. Auch die Frage, wie einfach sich Korb und Innenraum reinigen lassen, sollte eine Rolle spielen, schließlich kann gerade das nach jeder Verwendung zum lästigen Teil werden. Auch bei der Lautstärke gab es Unterschiede. 16 Modelle waren im Test vergleichsweise laut. Wer den Airfryer häufig verwendet oder eine offene Küche hat, sollte diesen Punkt daher ebenfalls berücksichtigen.

Darauf sollten Sie laut VKI beim Kauf eines Airfryers achten

Wer einen Airfryer kaufen möchte, sollte deshalb weniger auf den Preis oder einen bekannten Markennamen schauen und stattdessen überlegen, wie das Gerät tatsächlich genutzt werden soll: Wie groß sind die Portionen? Wie einfach lässt es sich reinigen? Wie laut darf es sein? Und wie hoch ist der Energieverbrauch?

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