So., 3 Uhr

Messi will gegen die Schweiz den nächsten Schritt machen

Das Viertelfinalduell der Fußball-WM zwischen Argentinien und der Schweiz in der Nacht auf Sonntag (3.00 Uhr MESZ/live ServusTV) lässt Erinnerungen aufleben.
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2014 in Brasilien setzte sich Argentinien im WM-Achtelfinalduell mit den Eidgenossen erst in der Verlängerung durch - und auch zuletzt musste Argentinien leiden. Ihr Kämpferherz gepaart mit der Genialität eines Lionel Messi trug die Albiceleste unter die Top acht, wo erstmals seit 1954 wieder die Schweiz aufscheint.

Nur drei Spieler stehen noch im Kader, die bereits 2014 aufeinandergetroffen waren: Messi, der Schweizer Kapitän Granit Xhaka und Verteidiger Ricardo Rodriguez. "Es ist ein Privileg, in derselben Ära wie er zu spielen", sagte der 33-jährige Xhaka über Messi. "Wir haben schon 2014 in Brasilien gegen ihn gespielt und verloren. Wir kennen seine Qualität und wissen, was er kann - aber auch, wie stark die gesamte Mannschaft ist." Xhaka betonte aber auch: "Der Hunger ist so groß wie nie zuvor."

"Sie haben den Besten"

Auch Rodriguez äußerte nach dem Elferkrimi gegen Kolumbien im Achtelfinale großen Respekt vor der bevorstehenden Aufgabe. "Argentinien ist eine großartige Mannschaft. Sie haben sehr starke Spieler und einen guten Trainer. Wir wissen, wie sie spielen", sagte der ebenfalls 33-Jährige. "Und sie haben den Besten."

Messi ist inzwischen 39 Jahre alt und nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner körperlichen Leistungsfähigkeit - dennoch scheint sich das Turnier noch immer um ihn zu drehen. Der Kapitän führte Argentinien im Achtelfinale zu einem spektakulären 3:2-Comeback gegen Ägypten, nachdem seine Mannschaft elf Minuten vor Schluss noch 0:2 zurückgelegen war. "Wir haben wieder sehr gelitten, aber das ist die Weltmeisterschaft. Jedes Spiel verläuft so", sagte Messi. "Diese Mannschaft gibt niemals auf und kämpft bis zum Schluss weiter." Seit acht WM-Spielen in Folge hat er immer mindestens ein Tor erzielt.

Auch wenn der Titelverteidiger in der K.o.-Phase bisher weniger überzeugend auftrat als in der Gruppenphase, in der Algerien, Österreich und Jordanien souverän besiegt wurden, könnten die mühsamen Siege gegen Kap Verde und Ägypten sich letztlich noch als wertvoll erweisen. "Es ist sehr schwer, diese Mannschaft zu beurteilen. Die eigentliche Bewertung gilt dem Herz, das sie gezeigt hat, und ihrem unbedingten Willen, niemals aufzugeben", sagte der frühere Stürmer Carlos Tevez nach dem Spiel bei ESPN Argentina. Das neben Messi auch Teamchef Lionel Scaloni zu Tränen rührte.

"Nati" will 1954 vergessen machen

Die Schweiz definiert sich inzwischen nicht mehr nur über defensive Stabilität und hofft, dass Offensivspieler Johan Manzambi nach seiner Knieverletzung zurückkehren kann. Seine Kreativität hatte dem Team im Spiel gegen Kolumbien spürbar gefehlt. Groß ist die Hoffnung auf die Rückkehr des 20-Jährigen aber nicht. Ein WM-Halbfinale wäre aus Schweizer Sicht einmalig. 1954 verpasste man den Sprung in die Top vier bei der Heim-WM durch ein 5:7 gegen Österreich.

Trainer Murat Yakin ist überzeugt, dass Argentiniens Schwierigkeiten gegen Kap Verde und Ägypten Schwachstellen offengelegt haben, die seine Mannschaft nutzen könne. "Wir treffen auf den amtierenden Weltmeister - das ist eine einmalige Gelegenheit. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass Argentinien nicht unbesiegbar ist", sagte Yakin. "Aus taktischer Sicht dürfte es ein sehr interessantes Spiel werden." Aus Schweizer Sicht sprach Yakin auch von einem "gigantischem" Spiel. Die Hoffnungen sind groß. In Zürich, Basel und im gesamten Kanton Bern ist zumindest in der Nacht auf Sonntag die Sperrstunde aufgehoben, damit die Fans feiern können.

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