Analyse 2025
ATX-Börsenfirmen mit mehr Gewinn und weniger Dividende
Die 20 im Wiener Börsenindex ATX gelisteten Unternehmen haben ihre Gewinne 2025 gegenüber dem Jahr davor in Summe um 6 Prozent auf 12,3 Mrd. Euro erhöht, wie aus einer Erhebung der Arbeiterkammer Wien hervorgeht. Die Dividenden fahren sie aber insgesamt betrachtet um 8,6 Prozent auf 5,6 Mrd. Euro zurück, heißt es im Dividendenreport 2026. Die höchsten Ausschüttungen entfielen auf OMV, Verbund, RBI, BAWAG und Strabag, berichtete die AK am Freitag.
Die Dividendenausschüttungen aller 20 ATX-Firmen übersteigen 2026 zusammengerechnet zum vierten Mal in Folge die 5-Milliarden-Euro-Marke, wie die AK Wien festhielt. Angesichts der aktuellen konjunkturellen Lage seien die Ausschüttungen der Konzerne weiterhin als vergleichsweise hoch zu bewerten. Zu berücksichtigen sei, dass die Erste Group die Übernahme der Bank Polska vollständig intern finanzierte und deshalb die Dividendenausschüttungsquote mit 10 Prozent deckelte - sie fährt ihre Dividendenzahlung gegenüber dem Vorjahr um 75 Prozent auf 291,3 Mio. Euro runter.
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Dividende: Banken und Energiefirmen zahlen gut
Unternehmen aus dem Finanz- und Energiesektor erzielten laut Erhebung nach wie vor gute Erträge und zahlen daher weiterhin hohe Dividenden an ihre Gesellschafterinnen und Gesellschafter aus. Bei einigen Gesellschaften falle die Ausschüttungsquote jedenfalls deutlich zu hoch aus, kritisiert die AK. So lägen die Dividendenzahlungen bei der OMV von in Summe über 1,4 Mrd. Euro heuer trotz einer Reduktion um 7,4 Prozent über dem den Aktionärinnen und Aktionären zurechenbaren Gewinn, der um fast 27 Prozent auf rund 1 Mrd. Euro einbrach.
Die teilstaatliche OMV zahlt nominell am meisten von allen börsennotierten Firmen aus. Dahinter folgen der mehrheitlich staatliche Energiekonzern Verbund mit 1,1 Mrd. Euro (plus 12,5 Prozent), die Raiffeisen Bank International mit 525,2 Mio. Euro (plus 45,6 Prozent), die BAWAG mit 481 Mio. Euro (plus 11,3 Prozent) und der Bauriese Strabag mit 334,8 Mio. Euro (plus 16 Prozent). Die Erste Group Bank rutsche aus den genannten Gründen aus den Top-5 raus und rangiert auf Platz sechs.
Mit Abstand am kräftigsten nach oben gefahren hat die Dividende die RBI, gefolgt vom Stahlkonzern voestalpine (plus 25 Prozent, auf 128,6 Mio. Euro) und vom Wiener Cateringkonzern DO&CO (plus 25 Prozent, auf 27,5 Mio. Euro) sowie vom Baukonzern Porr (plus 20,1 Prozent, auf 40,6 Mio. Euro) und der Uniqa Insurance Group (plus 20 Prozent, auf 221 Mio. Euro).
Ausschüttungsquote deutlich gesunken
Die durchschnittliche Ausschüttungsquote - gemessen am den Aktionärinnen und Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis aller Unternehmen mit positivem Ergebnis, abzüglich der negativen Ergebnisse von Unternehmen, die trotz Verlust Dividenden ausschütten - liegt laut AK bei 44,5 Prozent und damit unter dem Niveau der vergangenen Jahre (2024/25: 51,9 Prozent und 2023/24: 50,3 Prozent).
Die OMV AG schüttet der Arbeiterkammer zufolge 141,4 Prozent des entsprechenden Ergebnisses an ihre Aktionärinnen und Aktionäre aus. Auch die mehrheitlich staatliche Österreichische Post AG zähle mit ihrer traditionell sehr hohen Ausschüttungsquote von heuer 93,5 Prozent zum Spitzenfeld. Weiters liege der Verbund mit einer Ausschüttungsquote von 73,5 Prozent auf einem sehr hohen Niveau.
Für eine abschließende Bewertung bleibe auch noch abzuwarten, ob es wie in Vorjahren im zweiten Halbjahr bei einzelnen Unternehmen noch zu zusätzlichen Dividendenausschüttungen komme.
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