Conference League
Austria jagt das Braga-Wunder im Felsenstadion
Gespielt wird am Donnerstag (ab 21 Uhr, HIER im Sport24-Liveticker) in einer der außergewöhnlichsten Arenen Europas: Dem Estádio Municipal de Braga, besser bekannt als "Felsenstadion". Die Arena wurde für die EM 2004 in einen ehemaligen Steinbruch gebaut und schmiegt sich an den Hang des Monte Crasto. Hinter den Toren gibt es keine klassischen Tribünen – stattdessen ragt der Fels empor und öffnet sich auf einer Seite zum Cávado-Tal. Eine spektakuläre Kulisse für eine große Europacup-Nacht.
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Genau diese besondere Atmosphäre will Austria-Coach Stephan Helm für seine Mannschaft nutzen. Die Wiener reisen zwar als klarer Außenseiter nach Portugal, haben sich in der laufenden Europacup-Saison aber bereits Respekt verschafft. "Der Einzug ins Play-off war schon ein Erfolg für uns", betonte Helm. Jetzt soll möglichst noch mehr herausspringen.
Austria trifft auf Guardiola-Schüler
Einfach wird das allerdings keineswegs. Braga belegte in der vergangenen Saison Rang vier in Portugal und ließ auch in der Conference-League-Qualifikation bisher kaum etwas anbrennen. Gegen Zeleznicar Pancevo und Dinamo Minsk blieb der Klub ungeschlagen.
Besonders spannend ist die Handschrift an der Seitenlinie. Braga wird von Carlos Vicens trainiert, der bis 2025 als Assistent von Pep Guardiola bei Manchester City arbeitete. Und genau das ist laut Helm auf dem Platz deutlich zu erkennen. "Sie haben eine hohe Ballsicherheit und können mit ihrer spielerischen Qualität jederzeit den Spielrhythmus bestimmen", analysierte der Austria-Coach. Doch die Violetten wollen sich keineswegs verstecken. "Jede Mannschaft bietet auch gewisse Weak Points", weiß Helm. Genau diese Schwachstellen soll seine Mannschaft finden und Braga damit vor Probleme stellen.
Ex-Barca-Stürmer als Gefahr
Aufpassen muss die Austria besonders auf Pau Victor. Der 24-jährige Spanier kennt den ganz großen Fußball und stand bereits beim FC Barcelona unter Vertrag. Dazu kommt jede Menge Erfahrung im Mittelfeld: João Moutinho ist mit seinen 39 Jahren zwar längst ein Routinier, aber noch immer Teil der Braga-Mannschaft.
Auch wirtschaftlich hat der portugiesische Klub zuletzt ordentlich zugeschlagen. Für Torhüter Lukas Hornicek und Offensivspieler Rodrigo Zalazar kassierte Braga im Sommer zusammen mehr als 60 Millionen Euro. Ex-ÖFB-Legionär Florian Grillitsch hingegen verabschiedete sich ablösefrei und wechselte nach Italien.
Helm kann aus dem Vollen schöpfen
Die Austria hat für den Europacup-Kracher jedenfalls alles auf eine Karte gesetzt. Das Ligaspiel gegen die WSG Tirol wurde verschoben, dadurch kann Helm seine Kräfte voll auf Braga konzentrieren. Bis auf Philipp Wiesinger sowie die Langzeitverletzten Manprit Sarkaria und Noah Botic stehen ihm die Stammkräfte zur Verfügung.
Und auch beim Gegner läuft nicht alles nach Plan. Braga musste zuletzt unfreiwillig pausieren, nachdem mehrere Spieler nach einer Lebensmittelvergiftung erkrankt waren. Die Partie gegen Gil Vicente wurde deshalb verschoben. Einige Profis sind inzwischen wieder ins Training eingestiegen, andere fehlten weiterhin.
Für die Austria ist damit alles angerichtet: schwieriger Gegner, spektakuläre Kulisse und die Chance, sich den Traum von der Conference-League-Ligaphase zu erfüllen. Der erste Schritt soll am Donnerstag im Felsenstadion gelingen – bevor eine Woche später in Wien die Entscheidung fällt.
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