Wichtiger Lostag

Bauernregel: "Regnet’s am Antoniustag ..."

© Getty Images
Der 13. Juni ist im Bauernkalender ein besonderer Lostag.
OE24 auf Google bevorzugen

An diesem Tag wird des heiligen Antonius von Padua gedacht, um den sich zahlreiche Wetterregeln und sogar eine außergewöhnliche Legende ranken. Viele dieser Bauernregeln drehen sich um die Frage, wie sich das Wetter in den folgenden Wochen entwickeln wird.

Die wichtigsten Regeln

  • Besonders bekannt ist der Spruch: "Wenn Sankt Anton gut Wetter lacht, St. Peter viel in Wasser macht." Die Regel besagt, dass ein sonniger und freundlicher 13. Juni auf einen eher nassen Peter-und-Paul-Tag am 29. Juni hindeutet. Da dieser Termin nur wenige Tage vor dem berühmten Siebenschläfertag liegt, sehen manche Wetterkundler darin sogar einen indirekten Hinweis auf die weitere Sommerentwicklung.
  • Eine weitere Bauernregel lautet: "Regnet’s am Antoniustag, wird’s Wetter später wie es mag." Dahinter steckt die Beobachtung, dass Regen am 13. Juni als Zeichen für eine unbeständige Wetterphase gewertet wurde. Statt einer klaren Wetterrichtung drohen dann häufig wechselnde Bedingungen mit Sonne, Wolken und Niederschlägen.
  • Noch konkreter wird die dritte Regel: "Hat Antonius starken Regen, geht’s mit der Gerste wohl daneben." Für die Bauern früherer Zeiten war dies eine ernste Warnung. Starke Niederschläge Mitte Juni konnten die Entwicklung der Gerste beeinträchtigen und die Ernteerträge schmälern. Besonders in Regionen mit schweren Böden wurde anhaltender Regen als Risiko für die Felder angesehen.

Neben den Wetterweisheiten ist auch die Geschichte des heiligen Antonius bemerkenswert. Der Franziskanermönch, der im 13. Jahrhundert lebte, zählt zu den bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Einer Legende zufolge predigte er einst in der italienischen Stadt Rimini, doch die Bewohner wollten ihm nicht zuhören. Daraufhin wandte er sich ans Meer. Dort sollen sich zahlreiche Fische versammelt haben und seiner Predigt aufmerksam gefolgt sein. Das Wunder beeindruckte die Menschen so sehr, dass sie schließlich doch seinen Worten lauschten.

Ob die Bauernregeln zum Antoniustag tatsächlich eintreffen, lässt sich wissenschaftlich nicht belegen. Dennoch zeigen sie, wie aufmerksam die Menschen über Jahrhunderte hinweg Wetter, Natur und Landwirtschaft beobachteten. Gerade die Regeln rund um den 13. Juni spiegeln die große Bedeutung wider, die das Wetter für Ernte und Lebensunterhalt einst hatte – und machen den Antoniustag bis heute zu einem der interessantesten Lostage im Bauernkalender.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden