"Schämt euch!“

Bin-Laden-Eklat in der Formel 1

Ein weißer Williams-Formel-1-Rennwagen fährt auf einer Rennstrecke mit rotem und gelbem Rand.
© Getty Images
Das Formel-1-Team Williams sorgt beim Großen Preis von Spanien für mächtig Wirbel. Ein als Hommage gedachtes Retro-Design löst wegen Verbindungen zur Bin-Laden-Familie heftige Kritik aus.
OE24 auf Google bevorzugen

Spanien. Genau 25 Jahre nach den 9/11-Terroranschlägen startete die Formel 1 am heutigen Freitag in die freien Trainings von Madrid. Das Williams-Team feiert die Rückkehr in die spanische Hauptstadt mit einer Sonderlackierung in Weiß, Grün und Marineblau für die Autos von Lokalmatador Carlos Sainz und Alex Albon.

Das Design ehrt den FW07C, der beim bis dato letzten Rennen in Madrid im Einsatz war. Mit diesem Wagen gewannen Alan Jones und Carlos Reutemann 1981 die Konstrukteurs-WM. Doch die als Hommage gedachte Aktion stößt vielen Fans sauer auf.

Weißer Williams FW07 Formel-1-Rennwagen mit Nummer 28 auf der Rennstrecke in Zandvoort, 1979.
So war der Williams "FW07" im Jahr 1979 lackiert. © Ercole Colombo/Studio Colombo/Ge

"Schämt euch!"

Der Grund: Damals wurde das Team von einer Hotelkette unterstützt, die von Muhammad bin Awad bin Laden – dem Vater des Al-Qaida-Anführers und 9/11-Drahtziehers Osama bin Laden – gegründet wurde. Dass diese Farben exakt am Jahrestag der Anschläge zurückkehren, sorgt für Unverständnis. In den sozialen Medien teilen User Fotos des Williams von 1979 mit prominentem "Bin Laden"-Schriftzug. Zwar fehlte dieser Aufdruck 1981, das Unternehmen blieb jedoch Sponsor. Auf X kritisiert ein Fan: "Am Wochenende des 11. September auf die Familie Bin Laden anzuspielen, ist absolut geschmacklos. Schämt euch!"

Heftige Kritik der Motorsport-Szene

Auch Motorsport-Journalist Will Buxton ("Drive to Survive") äußert in seinem Podcast Irritation über das Timing. Er verweist darauf, dass das Auto 1979 vom Vater gesponsert wurde und den Namen trug – auch wenn Osama damals in der riesigen Familie wohl bereits ein Verstoßener war. Buxtons klares Fazit: Angesichts dieses heiklen, weltgeschichtlich einschneidenden Ereignisses sei es die falsche Entscheidung, die Lackierung zu verwenden.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden