Sommer-Comeback

Bis zu 30 Grad: "Heat Dome" im Anmarsch

Junge mit Sonnenbrille isst im Sommer draußen ein Eis und trägt einen gestreiften Sonnenhut.
© Getty Images/iStockphoto
Der Herbst macht eine Pause: Ende September zeichnet sich über Europa eine markante Hochdrucklage ab. Auch Österreich könnte davon profitieren.
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Nach einem wechselhaften Start in die neue Jahreszeit deuten die Wettermodelle auf eine neuerliche Phase mit viel Sonnenschein und ungewöhnlich hohen Temperaturen hin. Die warme Wetterphase könnte bis in die ersten Oktobertage reichen.

Über weiten Teilen Europas baut sich ein kräftiges Hochdruckgebiet auf. Gleichzeitig liegt über dem Nordatlantik ein Tiefdruckgebiet. Diese Konstellation sorgt dafür, dass aus südlichen Regionen warme Luft weit nach Norden transportiert wird. Besonders West- und Mitteleuropa geraten dabei in den Einfluss der ungewöhnlich milden Luftmasse.

Für Deutschland werden am Wochenende verbreitet Temperaturen im mittleren bis oberen 20-Grad-Bereich erwartet, regional sind auch Werte nahe 30 Grad möglich. Auch Norditalien und Teile des Balkans könnten nochmals Temperaturen um 28 bis 30 Grad erreichen. Österreich liegt genau zwischen diesen warmen Regionen und dürfte ebenfalls von der südwestlichen Strömung profitieren.

Österreich mitten in der warmen Zone

Wie stark die Temperaturen hierzulande tatsächlich steigen, hängt allerdings stark von der genauen Lage des Hochs und der Strömung ab. Ein Hitzetag mit 30 Grad Ende September ist keineswegs in allen Regionen zu erwarten. Vor allem in den Niederungen können die Temperaturen aber deutlich über das für die Jahreszeit übliche Niveau steigen.

Entscheidend ist dabei die Großwetterlage: Unter einem kräftigen Hochdruckgebiet sinkt die Luft ab. Dabei erwärmt sie sich zusätzlich, während sich Wolken häufig auflösen. Gleichzeitig werden atlantische Wetterfronten teilweise nach Norden beziehungsweise Westen abgedrängt. Das kann über mehrere Tage für ruhiges, sonniges und trockenes Wetter sorgen.

Meteorologen sprechen bei solchen stabilen Wetterlagen häufig von einem "Heat Dome" beziehungsweise Hitzedom. Der Begriff beschreibt vereinfacht eine großräumige Hochdrucksituation, bei der warme Luft über einem Gebiet festgehalten wird. Das bedeutet allerdings nicht automatisch eine extreme Hitzewelle am Boden. Gerade Ende September hängt viel davon ab, aus welcher Richtung die Luft tatsächlich nach Österreich gelangt.

Ein Thermometer zeigt hohe Temperaturen vor einem sonnigen, orangefarbenen Himmel.
© Getty Images

Nach dem Rekordsommer geht die Wärme weiter

Die Entwicklung kommt nach einem außergewöhnlich warmen Jahr nicht völlig überraschend. Der August 2026 war laut GeoSphere Austria der heißeste August seit Beginn der 260-jährigen österreichischen Messgeschichte. An drei aufeinanderfolgenden Tagen – vom 3. bis 5. August – wurden österreichweit Temperaturen von mindestens 40 Grad erreicht, der Höchstwert lag bei 41,2 Grad.

Auch die Trockenheit war außergewöhnlich. Zwischen 23. Februar und 9. August fielen in Österreich lediglich rund 211 Millimeter Niederschlag. GeoSphere Austria bezeichnete diesen Zeitraum als niederschlagsärmste vergleichbare Periode seit zumindest 1961. Besonders im Osten und Süden war das Niederschlagsdefizit groß.

Eine neuerliche längere Hochdruckphase wäre deshalb nicht nur für Sonnenhungrige interessant. Bleibt der Regen aus, könnte sich die angespannte Wasserbilanz in manchen Regionen weiter fortsetzen. Langfristige Aussagen sind allerdings gerade im Alpenraum mit zunehmendem Vorhersagehorizont mit größeren Unsicherheiten verbunden.

Noch einmal spätsommerliche Temperaturen

Für Österreich zeichnet sich damit ein bemerkenswerter Kontrast ab: Während die Tage bereits deutlich kürzer werden und der astronomische Herbst begonnen hat, kann sich das Wetter zeitweise noch einmal wie Spätsommer anfühlen.

Das ist auch meteorologisch nicht völlig ungewöhnlich. Warme Septembertage kommen in Österreich immer wieder vor. Selbst Temperaturen von mehr als 30 Grad sind möglich, allerdings deutlich seltener als im Hochsommer. Anfang September 2026 wurden in Österreich bereits verbreitet 26 bis 33 Grad erreicht.

Entscheidend wird nun sein, wie lange sich die Hochdruckzone halten kann. Sollte sie tatsächlich bis in die ersten Oktobertage bestehen bleiben, könnte der Herbstbeginn vielerorts deutlich milder und sonniger ausfallen, als es die Jahreszeit vermuten lässt.

Von einem neuen Hochsommer sollte man dennoch nicht sprechen: Die Nächte sind Ende September bereits deutlich länger und kühler, und auch bei kräftigem Sonnenschein können die Temperaturen nach Sonnenuntergang rasch zurückgehen. Zudem kann sich die Wetterlage im Alpenraum innerhalb weniger Tage wieder verändern.

Für die kommenden Tage bedeutet die aktuelle Entwicklung aber vor allem eines: Der Herbst nimmt noch einmal Anlauf – und die Wärme ist offenbar noch nicht bereit, sich endgültig zu verabschieden.

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