Zombiezellen

DARUM kommt Krebs nach der Chemo oft zurück

Eine Hand zeigt auf ein mikroskopisches Bild eines Gewebes mit violett-blauen Strukturen.
© AFP
Chemotherapie gilt als schärfste Waffe im Kampf gegen den Krebs. Das Ziel: Die bösartigen Zellen sollen sich selbst zerstören. Jetzt fanden Forscher heraus, wie ein Rückfall in den Krebs verhindert werden kann.
OE24 auf Google bevorzugen

Doch oft versagt die Therapie auf den letzten Metern. Der Grund sind extrem zähe Krebszellen, die den Giftangriff einfach überleben – sogenannte "Zombiezellen".

Sie schalten das körpereigene ab, umgehen die Immunabwehr und lassen später neue, oft noch gefährlichere Tumore wachsen.

Schwachstelle konnte aufgespürt werden

Forscher des Trinity College in Dublin, Irland, konnten jetzt die Schwachstelle dieser "Zombiezellen" aufspüren. Um zu überleben, aktivieren sie ein spezielles Schutzprotein namens GPX4, das sie vor dem Zusammenbruch durch Eisen-Stress bewahrt. Blockiert man dieses Protein gezielt mit neuen Wirkstoffen, sterben die Zombiezellen durch ihren eigenen hohen Eisengehalt ab (Ferroptose), während gesunde Zellen unbeschadet bleiben.

Wirkstoff gleich nach der Chemo

Was noch schwerer wiegt: Die forscher konnten neue Schritte gegen die Bildung solcher Zombiezellen unternehmen. In Versuchen mit Mäusen gelang es ihnen, solche vorzeitig seneszenten Zellen mit bestimmten Wirkstoffen zu beseitigen. Diese neutralisieren die von den Krebszellen produzierten Apoptose-Inhibitoren und verhindern so, dass sie dem Zelltod entgehen.

Das Fazit der forscher: Wenn man Patienten direkt nach der Chemo Wirkstoffe gegen die Apoptose-Inhibitoren verabreicht, könnte dies verhindern, dass die Tumorzellen in den Zustand der Seneszenz übergehen. Welche Wirkstoffe genau man den Menschen verabreichen könne, müsse aber noch getestet werden.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden