Virus-Alarm

Ebola-Verdacht: Schottisches Spital abgeriegelt

Modernes mehrstöckiges Krankenhausgebäude mit Glasfassade in Glasgow bei bewölktem Himmel.
© Wikipedia/Richard Sutcliffe
Ein Ebola-Verdachtsfall in Schottland sorgt für Aufsehen. Ein Patient aus einem Risikogebiet wurde isoliert, Teile des Spitals in Glasgow sind gesperrt.
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Am Dienstag wurde ein Bereich des Queen Elizabeth University Krankenhauses in Glasgow umgehend abgeriegelt. Ein Patient, der aus einem Risikogebiet zurückgekehrt war, meldete sich dort in der Aufnahmeeinheit und wurde sofort isoliert. Der Betroffene wird nun streng abgeschirmt, während Tests eine mögliche Infektion abklären. Das berichten die schottische Zeitung "The National" und die britische "Daily Mail".

Eine Quelle teilte "The National" mit: "Die Person kam in die Akutaufnahme, wohin Patienten von ihrem Hausarzt oder über die Nummer 101 der Gesundheitsbehörde geschickt werden, um zu vermeiden, dass sie in die Notaufnahme müssen. Diese wurde schnell geschlossen und vom Rest des Krankenhauses abgeriegelt. Die Person wurde dort untersucht und dann in einen anderen Teil des Krankenhauses gebracht. Ich glaube, sie wurde isoliert, während die Tests durchgeführt werden, um festzustellen, ob sie Ebola oder etwas anderes hat."

Ebola-Fall in Frankreich

Vergangenen Mittwoch verzeichnete Frankreich den ersten Fall auf dem Festland. Ein Arzt, der zuvor im Kongo bei einem humanitären Hilfs-Einsatz war, erkrankte an dem Virus und befindet sich in Isolation. Der Zustand des Mannes sei stabil, hieß es vom Gesundheitsministerium. Es werde untersucht, wer mit ihm in Kontakt war. Die Kontaktpersonen sollten für 21 Tage zu Hause in Quarantäne.

Zuvor wurde im Mai bereits ein infizierter US-Arzt in Berlin behandelt, der Anfang Juni gesund entlassen werden konnte.

Das Ansteckungsrisiko für die europäische Bevölkerung wird von den Behörden weiterhin als äußerst gering eingestuft.

Ausbruch im Kongo weitet aus

Zentralafrika kämpft derzeit massiv mit dem Ebola-Ausbruch, der erstmals am Freitag, 15. Mai, gemeldet worden war. In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Fälle auf 1.307 gestiegen, darunter 377 Todesfälle. Besonders betroffen sind die Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu. Der Erreger vom Typ Bundibugyo gilt als schwer eindämmbar, da bisher weder ein Impfstoff noch eine spezielle Therapie existieren. Auch das Nachbarland Uganda verzeichnet laut Weltgesundheitsorganisation bereits 20 Infektionen und zwei Tote. Die lokalen Behandlungszentren sind zu 80 Prozent ausgelastet.

Streit um ein politisches Verbot

Um die Ausbreitung zu stoppen, hat die kongolesische Regierung öffentliche Versammlungen in vier Provinzen verboten, darunter auch in der Hauptstadt Kinshasa, wo bisher keine Fälle registriert wurden. Die Opposition kritisiert diesen Schritt als rein politisch motiviert. Sie wirft der Regierung vor, die geplante Demonstration gegen eine mögliche dritte Amtszeit von Präsident Felix Tshisekedi unterbinden zu wollen. Ein Sprecher kündigte an, dass der Protest dennoch stattfinden werde. Eine frühere Kundgebung am Freitag, 12. Juni, war von der Polizei bereits gewaltsam aufgelöst worden.

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