Lehrer-Protest
Hitze in Schule: "Politik muss endlich handeln"
Angesichts der anhaltenden Hitzewelle kamen am Mittwoch von Lehrer- und Elternvertretern weitere Forderungen nach mehr Schutzmaßnahmen für die Schulen.
Frühere Ferien als Lösung?
Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Modernisierung von Schulgebäuden im Hinblick auf Energieeffizienz und Hitzeschutz. Die Grünen plädierten für einen "Hitze-Index" und einen Geldtopf für Sofortmaßnahmen. Die Wiener Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) will darüber diskutieren, die Sommerferien vorzuverlegen.
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"Es ist teils unerträglich"
Der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Paul Kimberger, mahnte vom Arbeitgeber im Ö1-"Mittagsjournal" die Fürsorgepflicht für Menschen im Bildungssystem und bildungspolitische Verantwortung ein. Die Situation in vielen Klassenräumen sei teils unerträglich, ein regulärer Unterricht oft nicht möglich. Langfristig müsse man im Schulbau reagieren und keine "Glaspaläste" mehr bauen. Mittelfristig brauche es den Einbau von Lüftungsanlagen, Klimageräten oder Ventilatoren - er verstehe auch nicht, warum nicht schon längst zur Versorgung solcher Anlagen auf allen Schuldächern PV-Anlagen montiert seien. Kurzfristig müsse man den Schulen autonom die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, wann Unterricht möglich sei und wann nicht.
Wenig abgewinnen kann Kimberger der Emmerling-Idee einer Vorverlegung der Sommerferien. Das löse das Problem nicht - die nächste Hitzewelle könne schließlich auch Ende August kommen. Die Wiener Volkspartei wiederum forderte Emmerling in einer Aussendung auf, den Schulen mehr Handlungsspielraum einzuräumen und einfache Maßnahmen zur Verbesserung des Raumklimas rasch zu ermöglichen.
Eltern schlagen Alarm
Es sei kein neues Phänomen, dass Klassenräume schon vor Schulbeginn unerträglich heiß werden und das Problem werde sich weiter verschärfen. Trotzdem würden Bund, Länder und Schulerhalter - bei Volks- und Mittelschulen sind das meist die Gemeinden - die Verantwortung für überhitzte Schulgebäude hin- und herschieben, kritisierte der Katholische Familienverband Wien.
Die Verantwortlichen müssten nun gemeinsam mittel- und langfristige konkrete Maßnahmen planen, wie Schulen künftig mit immer häufigeren und intensiveren Hitzewellen umgehen sollen - etwa durch bauliche Anpassungen wie Beschattungssysteme, Begrünungsmaßnahmen oder eine bessere Kühlung von Schulgebäuden.
Die Lehrergewerkschafter der ÖLI-UG plädierten einmal mehr dafür, die 6.000 Schulen gleich umfassend mit energieeffizienten Raumlufttechnischen Anlagen auszustatten. Die Kombination aus Überhitzung und schlechter Luftqualität beeinträchtige Konzentration, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Kinder und Lehrkräfte. "Klimafitte Klassenräume sind keine Luxusinvestition, sondern eine Voraussetzung für zeitgemäße Bildung - und das nicht nur bei Neubauten", betonte die Vorsitzende Claudia Astner.
Die Grünen fordern einen wissenschaftlichen "Hitze-Index" als Steuerungsinstrument für alle Schulen, verbindliche klimafitte Bauvorgaben bei Neubau und Sanierung und einen unbürokratischen "Beschattungstopf" für rasch wirksame Sofortmaßnahmen wie Außenrollos und Markisen.
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