Ferrari einkassiert

Krankschwester erschlich 906 Millionen Dollar

Familie findet rund eine Million Dollar auf der Straße
© AFP
Eine Krankenschwester soll in den USA Medicare- und TRICARE-Rechnungen für über 906 Millionen Dollar gestellt haben. Ausgezahlt wurden ihr rund 297 Millionen Dollar. Die Ermittler haben einen Ferrari und Luxusschmuck von ihr beschlagnahmt.
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Eine 49-jährige Krankenpflegerin aus Las Vegas wollte sich mit einem gigantischen Betrug vom US-Gesundheitssystem fast eine Milliarde Dollar erschleichen. Laut "Yahoo Finance" wurde ihr sogar Hunderte Millionen Dollar ausgezahlt.

Wie das US-Justizministerium angibt, hat die Frau bei den staatlichen Krankenversicherungen Medicare und TRICARE Rechnungen für medizinisch nicht notwendige Behandlungen in Höhe von über 906 Millionen US-Dollar eingereicht. Ausgezahlt wurden ihr rund 297 Millionen Dollar, so die Ermittler.

Verrechnete teure Wundtransplantate

Der Fall ist im Rahmen der diesjährigen Großaktion "National Health Care Fraud Takedown" aufgedeckt worden. Dabei ging das US-Justizministerium gegen mutmaßlichen Betrug im Gesundheitswesen vor.

Die 49-Jährige soll laut Vorwürfen gezielt schwerkranke ältere Menschen in Hospizen für ihr Betrugssystem ausgenutzt haben. Die Krankenschwester hat teure Wundtransplantate aus menschlichem Spendergewebe (Amnion-Transplantate) abgerechnet, obwohl diese nicht gebraucht wurden. Laut der Anklage soll sie sogar auf bereits verheilte Wunden die Transplantate angebracht oder bei Patienten eingesetzt haben, deren Wunde auf eine derartige Behandlung nicht ansprachen.

Ferrari und Bulgari-Halskette beschlagnahmt

Zusätzlich manipulierte die Frau die Patientenakten, um die Behandlungen vor den staatlichen Krankenversicherungen zu rechtfertigen. Die Ermittler konnten bei der Krankenschwester einen Vermögenswert von rund 35,2 Millionen US-Dollar beschlagnahmen. Nach Angaben des US-Justizministerium befanden sich unter anderem:

  • Bargeld im Wert von 467.000 Dollar
  • ein Ferrari 296 GTS im Wert von rund 594.000 Dollar
  • eine Bulgari-Halskette für rund 865.000 Dollar.

Kardiologe verrechnete 89 Millionen Dollar falsch

Insgesamt wurden bei der Großaktion 455 Personen angeklagt. Gemeinsam haben die Angeklagten Forderungen in Höhe von über 6,5 Milliarden US-Dollar bei staatlichen und privaten Krankenversicherungen eingereicht. Wie das US-Justizministerium angibt, handelt es sich hierbei um die bisher größte derartige Aktion.

Unter anderem hat ein Kardiologe aus Texas bei Untersuchungen von Schülern und Studenten rund 89 Millionen Dollar falsch abgerechnet. Beamten werfen ihm vor, dass er Diagnosen erstellt hat, ohne die Patienten ordnungsgemäß untersucht oder Testergebnisse ausgewertet zu haben.

Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung, da die Strafverfahren noch nicht abgeschlossen sind.

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