Paukenschlag
Landtagspräsidentin Ledl-Rossmann tritt überraschend zurück
Die Tiroler Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann (ÖVP) gibt die Politik auf. Sie werde sich bei der nächsten Sitzung des Tiroler Landtags am 1. Juli zurückziehen, informierte sie am Sonntag in einer Aussendung der ÖVP. Zuerst hatte die Online-Ausgabe der "Tiroler Tageszeitung" berichtet. Nach 18 Jahren in der Politik wolle sie sich wieder verstärkt ihrer Leidenschaft, dem Gesundheits- und Pflegebereich widmen, so die 51-Jährige.
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Sie werde sich in den Sommermonaten bewusst Zeit nehmen, um die Hektik der Politik hinter sich zu lassen und in Ruhe über ihren weiteren Weg nachzudenken, sagte die scheidende Politikerin und diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin. "Die Politik bietet viele schöne Momente, aber auch sehr herausfordernde und belastende Situationen. Irgendwann steht jede Politikerin und jeder Politiker vor der Frage, wohin der weitere Weg führen soll. Nun stehe auch ich wieder vor einer Abzweigung und bin zur persönlichen Entscheidung gekommen, mich aus der Politik zurückzuziehen", wurde Ledl-Rossmann zitiert. Der Zeitpunkt für eine reibungslose Übergabe sei gut.
Landtagseinzug im Jahr 2008
Ledl-Rossmann zog 2008 als Abgeordnete aus dem Außerfern in den Landtag ein, ab 2013 war sie als Bundesrätin tätig. 2017 wurde sie als Präsidentin des Bundesrats angelobt, ehe sie 2018 das Präsidium des Tiroler Landtags übernahm. Wer ihr an der Landtagsspitze nachfolgen soll, wird die Tiroler Volkspartei in einer Sitzung des Landesparteivorstands am Montag klären.
Landeshauptmann und ÖVP-Landesparteichef Anton Mattle war voll des Lobes für Ledl-Rossmann. "Als erste Frau an der Spitze des Tiroler Landtages hat sie Pionierarbeit geleistet", erklärte der Landeshauptmann. Sie habe sich in unterschiedlichen Aufgaben für das Außerfern und Tirol eingebracht.
Auch politische Vertreter anderer Parteien dankten Ledl-Rossmann und zollten ihr Respekt. "Ich danke Sonja Ledl-Rossmann für die konstruktive, angenehme und stets wertschätzende Zusammenarbeit im Präsidium des Tiroler Landtags. In ihrer Funktion als Landtagspräsidentin hat sie immer die Werte der Fairness und Überparteilichkeit hochgehalten", sagte SPÖ-Landtagsvizepräsidentin Elisabeth Blanik. "Danke für die absolut kompetente und unparteiische Amtsführung als erste weibliche Landtagspräsidentin in Tirol", ließ Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger in einer Aussendung wissen.
"Bei allen unterschiedlichen politischen Positionen, etwa zum Fernpasstunnel: als erste Frau, die die gläserne Decke als Landtagspräsidentin durchbrochen hat und Vorsitzende im ersten rein weiblichen Landtagspräsidium wird sie in der Tiroler Geschichte erinnert bleiben", hob auch der Grünen-Landtagsklub die Verdienste der scheidenden Politikerin hervor. Ledl-Rossmann habe ihr Amt als Präsidentin "immer überparteilich, fair und besonnen ausgeübt, auch wenn die politischen Debatten oft hitzig wurden", reihte sich auch NEOS-Landessprecherin und Klubobfrau Birgit Obermüller ein.
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