30.000 Euro

Lena Schätte gewinnt Bachmann-Preis

Kinga Toth, Magdalena Schrefel, Lena Schätte & Ozan Zakariya Keskinkilic
© APA/WOLFGANG JANNACH
3sat-Preis an Magdalena Schrefel - Deutschlandfunk-Preis an Ozan Zakariya Keskinkılıç - Kinga Tóth erhielt Kelag-Preis - Auch das Publikum zeichnete Lena Schätte aus.
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Die deutsche Autorin Lena Schätte hat am Sonntag in Klagenfurt den 50. Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen, dessen Dotierung im Jubiläumsjahr auf 30.000 Euro angehoben wurde. Ihr Text "Was wir tragen" erzählt von zwei adipösen, noch zur Schule gehenden Mädchen und ihren Problemen. "Der Text von Lena Schätte ist von existenzieller Wucht, er ist wichtig und gewichtig", sagte Thomas Strässle, der sie nach Klagenfurt eingeladen hatte, in seiner Laudatio.

Für den BKS Bank-Publikumspreis (7.000 Euro), der mit der Position als "Carinthischer Sommer Festivalschreiberin 2027" gekoppelt ist, konnte am Samstagnachmittag online abgestimmt werden. Auch dieser Preis ging an Lena Schätte.

Heinz Bachmann und Lena Schätte
Heinz Bachmann und Lena Schätte © APA/WOLFGANG JANNACH

Mit "Das Schwarz an den Händen meines Vaters", einem "harten, zarten Roman über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben", hat es Lena Schätte 2025 auf die Buchpreis-Longlist geschafft und den W.-G.-Sebald-Literaturpreis errungen. Geboren 1993 in Lüdenscheid, debütierte sie 2014 mit dem Roman "Ruhrpottliebe". In den Folgejahren arbeitete sie als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, bis sie 2020 ein Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut Leipzig begann. Heute betreut sie suchtkranke Menschen in Lüdenscheid.

Die renommierte Literatur-Auszeichnung wurde heuer zum vierten Mal nach einem Punktesystem vergeben. Dabei konnte jedes Jurymitglied einen Punkt bis fünf Punkte vergeben, ausgenommen waren ihre eigenen Kandidatinnen und Kandidaten. Für Schätte waren 24 Punkte abgegeben wurden.

"OstblockMädl" gewannen Kelag-Preis

Kinga Toth und Moderator Peter Fässlacher
Kinga Toth und Moderator Peter Fässlacher © APA/WOLFGANG JANNACH

18 Jurypunkte für die derzeit in Waidhofen/Ybbs lebende, 1983 in Ungarn geborene Kinga Tóth ergaben den Kelag-Preis (15.000 Euro). Tóth hatte beim Vortrag ihres Textes "OstblockMädl" immer wieder mit gesungenen oder als Litanei vorgetragenen Passagen überrascht und ließ nun bei der Entgegennahme des Preises ihren Tränen freien Lauf. Es geht in ihrem nicht in ihrer Muttersprache entstandenen Text am Beispiel von aus Ungarn nach Österreich kommenden Erntehelferinnen um Arbeitsmigration und Fremdenfeindlichkeit, Integration und Assimilation. "Die vielstimmige, vielsprachige Prosa zeigt Kultur als permanente Mischung", sagte Laudatorin Brigitte Schwens-Harrant, die den Text eingeladen hatte. "Sie gibt den vielen Frauen Sprache und Gesicht zurück."

Mara Delius, Ozan Zakariya Keskinkilic und Intendant Stefan Raue
Mara Delius, Ozan Zakariya Keskinkilic und Intendant Stefan Raue © APA/WOLFGANG JANNACH

Der Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro) ging an den 1989 in Hessen geborenen Ozan Zakariya Keskinkılıç, der 15 Punkte von der Jury erhielt. Er erzählte in "Vater ohne Sohn" von einem 46-jährigen schwulen Mann, seinem 23-jährigen Lover Elijah und seiner Freundin Azadeh. Mara Delius bezeichnete den Text in ihrer Laudatio als "einen Text, der sich traut, die ganz großen Fragen aufzurufen". Sie hatte in der Jury offenbar mehr Mitstreiter als Philipp Tingler, der den Text in der Diskussion als Beispiel für "die neue Konvention" und das "Neuköllner Biedermeier" bezeichnet hatte.

3sat-Preis für Österreicherin Magdalena Schrefel

Laura de Weck, Magdalena Schrefel und Natalie Müller-Elmau
Laura de Weck, Magdalena Schrefel und Natalie Müller-Elmau © APA/WOLFGANG JANNACH

Den 3sat-Preis (7.500 Euro) erhielt die 1984 geborene, in Berlin lebende Österreicherin Magdalena Schrefel für ihren Text "Kirschen, Herz mit Verband", in dem es um eine Brustkrebs-Diagnose der Ich-Erzählerin geht, über die diese in so origineller wie kühler Weise reflektiert. Sie wurde von Laura de Weck eingeladen, die sich in ihrer Laudatio "für diesen meisterhaften Text" bedankte. 13 Punkte vergab die Jury im Finale an sie.

Die Bachmann-Preisträgerin erhielt neben dem Siegerscheck auch eine 2024 kreierte Skulptur. Geschaffen wurde der 2,3 Kilogramm schwere Bronzeguss vom Bildhauer Helmut Machhammer, sie trägt den Spitznamen "Inge".

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